Chroniken

Chronik der Politischen Ereignisse 1990

  • "Aktuelle Kamera" vom 15.01.1990, Stürmung der Stasi-Zentrale in Ost-Berlin
  • Aktuelle Kamera vom 16.02.1990, Pressekonferenz Bündnis 90 zum Wahlbündnis
  • "Aktuelle Kamera" vom 10.02.1990, Helmut Kohl und Michail Gorbatschow
  • "AK am Abend" vom 14.03.1990, Vorbereitende Zwei-plus-Vier-Gespräche in Bonn
  • "AK am Abend" vom 18.03.1990, Hochrechnung der Wahlergebnisse
  • "AK am Abend" vom 27.04.1990, Renate Krawielicki zum Staatsvertrag
  • Direktübertragung der Unterzeichnung des Staatsvertrags am 18.05.1990
  • "AK am Abend" vom 17.04.1990, Referendum zur Rückbenennung in Chemnitz
  • "AK am Abend" vom 07.06.1990, Verhaftung von Susanne Albrecht
  • "AK am Abend" vom 13.06.1990, Abriss der Berliner Mauer
  • "controvers" vom 01.07.1990, Sparkasse in Berlin
  • "Ak am Abend" vom 15.07.1990, Gorbatschow und Kohl begrüßen sich in Moskau
  • Volkskammertagung vom 23.08.1990, Sabine Bergmann-Pohl
  • "AK am Abend" vom 12.09.1990, Pressekonferenz zu den Ergebnissen der Zwei-plus-Vier-Gespräche
  • "AK am Abend" vom 02.10.1990, Verabschiedung der Westalliierten in Berlin
  • "AK am Abend" vom 03.10.1990, Feierlichkeiten zur Wiedervereinigung
  1. 11. Januar Das neue Reisegesetz, das den DDR-Bürgern Reisefreiheit einräumt, wird von der Volkskammer der DDR verabschiedet.
  2. 13. Januar Die Sozialdemokratische Partei in der DDR (SDP) beschließt auf ihrer ersten Landesdelegiertenkonferenz in Ost-Berlin die Umbenennung in Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD). Archivnachweis
  3. 15. Januar Demonstranten stürmen die Zentrale des ehemaligen Staatssicherheitsdienstes in der Ost-Berliner Normannenstraße. Archivnachweis
  4. Ministerpräsident Hans Modrow nimmt erstmals an einer Sitzung des Zentralen Runden Tisches teil. Er schlägt dem Runden Tisch die Zusammenarbeit mit der DDR-Regierung vor. Archivnachweis
  5. 20. Januar Die Mehrheit des Parteivorstandes der SED-PDS entscheidet sich gegen eine Auflösung der Partei. Beschlossen wird die Abschaffung des Parteiabzeichens und des Parteisymbols. Archivnachweis
  6. Die Zentrale Schiedskommission der SED-PDS schließt Hans-Joachim Böhme, Horst Dohlus, Kurt Hager, Joachim Herrmann, Werner Jarowinsky, Heinz Keßler, Egon Krenz, Ingeborg Lange, Erich Mückenberger, Margarete Müller, Alfred Neumann, Günter Schabowski, Gerhard Schürer und Werner Walde aus der Partei aus.
  7. Gründung der Deutschen Sozialen Union (DSU) durch zwölf christlich-liberale und konservative Gruppen in Leipzig. Archivnachweis
  8. 21. Januar Der stellvertretende Parteivorsitzende und Oberbürgermeister Dresdens Wolfgang Berghofer tritt mit weiteren 39 Mitgliedern aus der Partei SED-PDS aus. Archivnachweis
  9. 29. Januar Der ehemalige Staats- und Parteichef der DDR Erich Honecker wird aus dem Krankenhaus entlassen und kommt in Untersuchungshaft. Er wird kurze Zeit später aus gesundheitlichen Gründen wieder frei gelassen.
  10. 1. Februar Das "Gesetz über Reisen von Bürgern der Deutschen Demokratischen Republik in das Ausland" tritt offiziell in Kraft.
  11. Ministerpräsident Hans Modrow stellt sein Konzept "Für Deutschland einig Vaterland" vor. Dieses sieht eine stufenweise Wiedervereinigung vor: Von einer Vertragsgemeinschaft über eine Konföderation zu einer Übertragung von Souveränitätsrechten auf die Konföderation. Archivnachweis
  12. 3. Februar Der Ministerpräsident der DDR, Hans Modrow, und der Bundeskanzler der BRD, Helmut Kohl, führen am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos ein Gespräch über die Lage in der DDR und die bilateralen Beziehungen.
  13. 4. Februar Der Parteivorstand der SED-PDS beschließt die Namensänderung der Partei in PDS.
  14. Gründung der Freien Demokratischen Partei (F.D.P.) in der DDR. Archivnachweis
  15. 5. Februar Die Parteien CDU (DDR), DSU und DA einigen sich in Berlin darauf, für die Volkskammerwahl am 18. März das Wahlbündnis "Allianz für Deutschland" zu bilden. Archivnachweis
  16. Ein Gesetz zur Meinungs-, Informations- und Medienfreiheit wird beschlossen. Somit unterstehen Rundfunk, Fernsehen und die Nachrichtenagentur ADN nicht mehr der Regierung. Das Fernsehen der DDR wird zu einer politisch unabhängigen, öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt. Archivnachweis
  17. Auf Vorschlag von Ministerpräsident Hans Modrow wählt die Volkskammer der DDR acht Politiker aus neuen Parteien und Vereinigungen zu Ministern ohne Geschäftsbereich in den Ministerrat. Archivnachweis
  18. 7. Februar Die DDR-Oppositionsgruppen Neues Forum, Demokratie Jetzt und Initiative Frieden und Menschenrechte schließen sich für die Volkskammerwahl zur Listenverbindung "Bündnis 90" zusammen. Archivnachweis
  19. 9. Februar Vom 9. bis 20. Februar werden zum ersten Mal die 40. Internationalen Berliner Filmfestspiele (Berlinale) in beiden Teilen der Stadt veranstaltet.
  20. 10. Februar Treffen zwischen Bundeskanzler Helmut Kohl und dem sowjetischen Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow in Moskau. Die UdSSR signalisiert, einer Wiedervereinigung Deutschlands nicht im Weg zu stehen. Archivnachweis
  21. 13. Februar DDR-Ministerpräsident Hans Modrow und Bundeskanzler Helmut Kohl vereinbaren in Bonn die Einsetzung einer gemeinsamen Kommission zur Vorbereitung der Währungs- und Wirtschaftsunion. Archivnachweis
  22. 20. Februar Die Volkskammer der DDR beschließt ein neues Wahlgesetz. Danach sollen in der Volkskammer statt 500 nur noch 400 Abgeordnete sitzen, die frei, allgemein, gleich, direkt und geheim gewählt werden. Als Wahltermin wird der 18. März 1990 festgesetzt. Archivnachweis
  23. 1. März Der DDR-Ministerrat beschließt die Umwandlung aller Kombinate in Kapitalgesellschaften und die Einrichtung der Treuhandanstalt für die Verwaltung von Volkseigentum. Archivnachweis
  24. 10. März Erstmals seit Kriegsende fliegt eine Lufthansa-Maschine wieder direkt von Frankfurt am Main nach Leipzig. Ohne Umweg über die CSSR benötigt sie statt bisher 100 Minuten nur noch rund 40 Minuten für die um 300 Kilometer verkürzte Strecke.
  25. 12. März Der Zentrale Runde Tisch beendet mit seiner 16. Sitzung im Konferenzgebäude des Berliner Schlosses Niederschönhausen seine Arbeit und spricht sich gegen eine Übernahme des Grundgesetzes der Bundesrepublik für die DDR aus. Archivnachweis
  26. In Leipzig findet die letzte Montagsdemonstration statt.
  27. 14. März Vorbereitende Zwei-plus-Vier-Gespräche auf Beamtenebene über die deutsche Einheit mit Vertretern beider deutscher Staaten und den Alliierten in Bonn. Archivnachweis
  28. Der Vorsitzende des Demokratischen Aufbruchs (DA) Wolfgang Schnur bestätigt, als Inoffizieller Mitarbeiter für den Staatssicherheitsdienst der DDR tätig gewesen zu sein und tritt von seinem Amt zurück. Archivnachweis
  29. 18. März Erste und einzige freie Volkskammerwahlen der DDR mit einem Wahlsieg der konservativen „Allianz für Deutschland“, ein Wahlbündnis aus CDU, DSU und DA mit 48,15 Prozent. Archivnachweis
  30. 2. April Der Partei- und Fraktionsvorsitzende der DDR-SPD Ibrahim Böhme tritt von seinen Ämtern zurück, nachdem Vorwürfe zur Mitarbeit für den Staatssicherheitsdienst der DDR gegen ihn erhoben wurden. Archivnachweis
  31. 5. April In der konstituierenden Sitzung der neu gewählten Volkskammer der DDR wird Sabine Bergmann-Pohl (CDU) zur Präsidentin der Volkskammer gewählt. Der CDU-Vorsitzende Lothar de Maizière wird mit der Regierungsbildung beauftragt. Archivnachweis
  32. 12. April Die Volkskammer der DDR wählt Lothar de Maizière zum Ministerpräsidenten der DDR. Archivnachweis
  33. Die Volkskammer der DDR wählt die Regierung der Großen Koalition aus den Parteien CDU, Deutsche Soziale Union (DSU), Demokratischer Aufbruch (DA), SPD und Bund Freier Demokraten - Die Liberalen (BFD). Archivnachweis
  34. 27. April In Ost-Berlin beginnen die offiziellen Verhandlungen zum deutsch-deutschen Staatsvertrag über die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion. Archivnachweis
  35. 30. April Erstes offizielles Treffen des Deutschen Bundestags und der Volkskammer durch ihre Vertreter, der DDR-Volkskammerpräsidentin Sabine Bergmann-Pohl und der Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth. Archivnachweis
  36. 5. Mai Das erste Außenministertreffen der Zwei-plus-Vier-Verhandlungen über die äußeren Aspekte der deutschen Einheit findet in Bonn statt. Archivnachweis
  37. 6. Mai Erste freie Kommunalwahlen in der DDR. Die CDU erlangt den höchsten Stimmanteil mit 34,4 Prozent, gefolgt von der SPD mit 21,3 Prozent und der PDS mit 14,6 Prozent.
  38. 18. Mai Bundesfinanzminister Theodor Waigel und der DDR-Finanzminister Walter Romberg unterzeichnen den Staatsvertrag über die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion. Archivnachweis
  39. 21. Mai Der erste in der DDR gefertigte VW-Polo läuft im Automobilwerk Zwickau vom Band.
  40. 1. Juni Die Stadtverordnetenversammlung von Karl-Marx-Stadt beschließt die Rückbenennung der Stadt in Chemnitz. Bei einer im April durchgeführten Volksabstimmung sprachen sich mehr als 75 Prozent der wahlberechtigten Bevölkerung für die Rückbenennung ihrer Stadt in Chemnitz aus. Archivnachweis
  41. 6. Juni Die mutmaßliche RAF-Terroristin Susanne Albrecht wird durch die Kriminalpolizei der DDR verhaftet. Archivnachweis
  42. 13. Juni Die DDR-Grenztruppen beginnen mit dem endgültigen Abriss der Berliner Mauer. Archivnachweis
  43. 21. Juni Die Volkskammer der DDR und der Deutsche Bundestag verabschieden den Staatsvertrag über die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion zwischen der Bundesrepublik und der DDR sowie die völkerrechtliche Anerkennung der polnischen Westgrenze. Archivnachweis
  44. 22. Juni In Ost-Berlin beginnt die zweite Runde der Zwei-plus-Vier-Gespräche. Archivnachweis
  45. 1. Juli Inkrafttreten der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion. Die Deutsche Mark wird das offizielle Zahlungsmittel in der DDR. Archivnachweis
  46. 6. Juli In Ost-Berlin beginnen die Verhandlungen zum Einigungsvertrag. Archivnachweis
  47. 16. Juli Michail Gorbatschow und Helmut Kohl einigen sich nach zweitägigen Gesprächen in Moskau und im Kaukasus über die volle Souveränität des vereinten Deutschlands und die freie Wahl der Bündniszugehörigkeit. Archivnachweis
  48. 17. Juli Beginn der dritten Runde der Zwei-plus-Vier-Verhandlungen in Paris. Bestätigung der Oder-Neiße-Grenze als polnische Westgrenze. Archivnachweis
  49. 20. Juli Neue Vereidigung der Soldaten der Nationalen Volksarmee (NVA). Zum ersten Mal in der Geschichte der DDR verpflichten sich die NVA-Soldaten nicht mehr, den Sozialismus zu verteidigen. Archivnachweis
  50. 22. Juli Die Volkskammer verabschiedet ein Ländereinführungsgesetz. Damit entstehen die fünf Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Archivnachweis
  51. 24. Juli Die Fraktion der Liberal-Demokratischen Partei (LDP) tritt aus der Regierungskoalition aus, weil keine Einigung über den Beitrittstermin der DDR zur BRD und über den Wahlmodus erzielt wird.
  52. 13. August Die Rolling Stones treten zum ersten Mail in der DDR auf. Am Jahrestag des Mauerbaus findet das Konzert an der Weißenseer Radrennbahn in Ost-Berlin statt. Archivnachweis
  53. 15. August Der Ministerpräsident der DDR, Lothar de Maizière, entläßt Finanzminister Walter Romberg (SPD), Landwirtschaftsminister Peter Pollack (parteilos, für die SPD), Wirtschaftsminister Gerhard Pohl (CDU) und Justizminister Kurt Wünsche (parteilos, vormals F.D.P.). Die Ressorts werden von Staatssekretären geleitet.
  54. 19. August Die SPD verlässt die Regierungskoalition und Ministerpräsident Lothar de Maizière verliert die Regierungsmehrheit. Die Liberalen hatten bereits am 24. Juli der Regierung ihre Unterstützung entzogen, ohne jedoch ihre Minister aus dem Kabinett zurückzuziehen. Archivnachweis
  55. 22. August Das Wahlgesetz für die erste gesamtdeutsche Wahl zum Bundestag wird von der Volkskammer der DDR nochmals beraten und mit Zweidrittelmehrheit beschlossen. Archivnachweis
  56. 23. August Die Volkskammer der DDR beschließt mit Wirkung vom 3. Oktober 1990 den Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes nach Artikel 23. Archivnachweis
  57. 24. August Die Volkskammer der DDR beschließt ein Gesetz über die Sicherung und Nutzung der personenbezogenen Daten des ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit und des Amtes für Nationale Sicherheit (MfS/AfNS). Archivnachweis
  58. 31. August Der Vertrag zwischen der DDR und der BRD über die Herstellung der Einheit Deutschlands wird im Kronprinzenpalais in Ost-Berlin von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und DDR-Ministerpräsident Günther Krause unterzeichnet. Archivnachweis
  59. 4. September Bürgerrechtler besetzen die Zentrale des ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit in Ost-Berlin und fordern klare Regelungen über den Verbleib der Akten sowie deren Verwendung. Archivnachweis
  60. 12. September In der abschließenden Runde der Zwei-plus-Vier-Gespräche über die äußeren Aspekte der deutschen Vereinigung wird der "Vertrag über die abschließende Regelung in Bezug auf Deutschland" von den Außenministern der vier Siegermächte, der BRD und der DDR in Moskau, im Beisein des sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow, unterzeichnet. Archivnachweis
  61. 20. September Der Einigungsvertrag wird mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit von der Volkskammer der DDR und vom Deutschen Bundestag verabschiedet. Archivnachweis
  62. 21. September Der Bundesrat stimmt dem Einigungsvertrag zu.
  63. 24. September In Ost-Berlin unterzeichnen DDR-Verteidigungsminister Rainer Eppelmann und der sowjetische Oberkommandierende des Warschauer Paktes General Pjotr Luschew den Austritt der DDR aus dem Warschauer Pakt. Archivnachweis
  64. 2. Oktober Verabschiedung der westalliierten Stadtkommandanten aus Berlin. Der Besatzungsstatus Berlins wird nach 45 Jahren beendet. Archivnachweis
  65. Die 38. und letzte Tagung der Volkskammer der DDR wird in einem Festakt im Berliner Staatsratsgebäude begangen. Archivnachweis
  66. Offizielle Auflösung der Nationalen Volksarmee (NVA). Archivnachweis
  67. 3. Oktober Die DDR tritt der Bundesrepublik Deutschland nach Artikel 23 des Grundgesetzes bei. Archivnachweis
  68. 4. Oktober Der erste gesamtdeutsche Bundestag konstituiert sich im Berliner Reichstagsgebäude. Archivnachweis

Chronik des DDR-Fernsehens 1990

  • "Die Menthol-Zigaretten-Story" vom 04.01.1990
  • "Aktuelle Kamera" vom 15.01.1990, Stürmung der Stasi-Zentrale
  • "Zur Person" vom 13.02.1990, Günter Gaus
  • "Wahl 90" vom 18.03.1990, Renate Krawielicki
  • "Kontur" vom 27.03.1990, Carla Kalkbrenner
  • "ungeschminkt" vom 08.04.1990, Bärbel Romanowski
  • "Meine Leute - Deine Leute" vom 10.04.1990, Vorspann
  • "Ursula" (1978), Susanne Stoll
  • "Monolog für einen Taxifahrer", Fred Düren
  • "Der Staatsanwalt hat das Wort: Risiko" (1979), Horst Drinda und Marina Krogull
  • "AK am Abend" vom 28.06.1990, Demonstration in Berlin
  • "controvers" vom 01.07.1990
  • "Marktwirtschaft konkret" vom 08.07.1990, Siegwart Kluge und Till Necker
  • Volkskammertagung vom 23.08.1990, Sabine Bergmann-Pohl
  • Unterzeichnung des Einigungsvertrags am 31.08.1990
  • "Heimsuchung" vom 23.09.1990, Renate Geißler
  • 38. und letzte Tagung der 10. Volkskammer vom 02.10.1990
  • "AK am Abend" vom 02.10.1990, Brandenburger Tor
  1. 4. Januar Die erste Folge der Magazinsendung für Schüler „BAFF“ wird im Fernsehen der DDR ausgestrahlt. Archivnachweis
  2. Das Fernsehen der DDR sendet die Reportage „Die Menthol-Zigaretten-Story. Eine Geschichte aus der alten DDR“. Aufhänger des Dokumentarberichtes ist eine Geschichte aus der Zeitung „Neues Deutschland“ (ND). Am 19. September 1989 hatte die Zeitung eine Dokumentation gedruckt, die den stabsmäßig organisierten Menschenhandel durch die Bundesrepublik Deutschland aufdecken sollte. Unter der Überschrift „Ich habe erlebt, wie BRD-Bürger ‘gemacht’ werden“ druckte das ND zwei Tage später, am 21. September, ein ausführliches Interview mit Hartmut Ferworn, einem Koch im Mitropa-Fahrbetrieb, der detailreich seine Entführung von Budapest nach Wien beschrieb und behauptete, er sei mit einer Menthol-Zigarette betäubt worden. Archivnachweis
  3. 5. Januar Das „Neue Deutschland“ entschuldigt sich nach der tags zuvor gesendeten Fernsehreportage „Die Menthol-Zigaretten-Story. Eine Geschichte aus der alten DDR“ für das am 21. September. 1989 abgedruckte Interview und die „verordnete Kampagne“. Archivnachweis
  4. In einer öffentlichen Sitzung des Obersten Gerichts der DDR am 4. und 5. Januar 1990 werden die Urteile gegen Walter Janka, Gustav Just, Richard Wolf und Heinz Zöger von 1957 aufgehoben. In einer Bürgerrunde und in einem Interview im Fernsehen der DDR am 6. und 7. Januar nimmt Janka Stellung. Archivnachweis
  5. 7. Januar Die erste Ausgabe der Gesprächssendung „Denken über Deutschland“ wird im Fernsehen der DDR gesendet. Archivnachweis
  6. 8. Januar Das Fernsehen der DDR überträgt zum ersten Mal live die Sitzung des Zentralen Runden Tisches. Archivnachweis
  7. 11. Januar Auf der 14. Tagung der 9. Volkskammer der DDR gibt Hans Modrow seine Regierungserklärung ab. Archivnachweis
  8. 15. Januar Die Nachrichtensendung „AK zwo“ berichtet über die Stürmung der Zentrale des ehemaligen Staatssicherheitsdienstes in der Normannenstraße. Archivnachweis
  9. 22. Januar Die Sendereihe „Klartext“ strahlt eine Folge „In eigener Sache“ aus. Die „Klartext“-Redakteure, die vor dem Mauerfall für die Sendung „Wettlauf mit der Zeit“ gearbeitet hatten, erzählen wie quasi über Nacht Reportagen für „Klartext“ möglich wurden und berichteten von den Zwängen, denen Journalisten in der DDR unterlagen. Archivnachweis
  10. 29. Januar Die Sendereihe „Klartext“ erzielt mit einer Reportage über Gästehäuser von Ministerien, Gewerkschaft und Staatssicherheit am Zeuthener See die höchste Sehbeteiligung im ersten Quartal 1990. Archivnachweis
  11. 5. Februar Die Volkskammer der DDR beschließt auf ihrer 16. Tagung die uneingeschränkte Meinungs-, Informations- und Medienfreiheit. Archivnachweis
  12. 12. Februar Der Hörfunksender „Stimme der DDR“ erhält wieder seinen alten Namen Deutschlandsender. Archivnachweis
  13. 13. Februar Die Reihe „Zur Person“ von Günter Gaus findet ihren neuen Sendeplatz im Fernsehen der DDR. In der ersten Ausgabe im DDR-Fernsehen spricht Günter Gaus mit dem Theologen und DDR-Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer. Archivnachweis
  14. Der Medienkontrollrat, der die Kontrolle über Hörfunk und Fernsehen der DDR und über die Nachrichtenagentur ADN übernimmt, konstituiert sich in Berlin. Archivnachweis
  15. 14. Februar Die letzte Folge des Freizeitmagazins „Tippeltips“ wird im Fernsehen der DDR ausgestrahlt. Archivnachweis
  16. 22. Februar Das außenpolitische Magazin „Objektiv“ läuft mit seiner 584. Folge zum letzten Mal im DDR-Fernsehen. Die Reihe war seit 1965 im Programm. Archivnachweis
  17. 12. März Das Fernsehen der DDR benennt sich in Deutscher Fernsehfunk (DFF) um. Archivnachweis
  18. Die Nachrichtensendung „Aktuelle Kamera“ erhält einen neuen Titel. Die Hauptausgabe um 19.30 Uhr wird erstmals als „AK am Abend“ ausgestrahlt. Archivnachweis
  19. 14. März Als Nachfolger des Freizeitmagazins „Tippeltips“ startet das Reisemagazin „Auf Tour“ im Deutschen Fernsehfunk (DFF). Archivnachweis
  20. 18. März Der Deutsche Fernsehfunk (DFF) berichtet acht Stunden lang aus dem Wahlstudio von den ersten und einzigen freien Volkskammerwahlen in der DDR. Archivnachweis
  21. 19. März Die Reiseratgebersendung „AZUR“ feiert im Deutschen Fernsehfunk (DFF) Premiere. Außer Filmen zu heimischen und internationalen Reisezielen präsentierten die Moderatoren Maybrit Illner und Horst Mempel auch Tipps für den unerfahrenen DDR-Weltenbummler. Archivnachweis
  22. 21. März Die erste Folge der Sportsendung „Speed - Die internationale Sportillustrierte“ wird im Deutschen Fernsehfunk (DFF) ausgestrahlt. Archivnachweis
  23. 24. März Die erste Folge der Talk-Show„Sport-Party” wird im Deutschen Fernsehfunk (DFF) gesendet. Archivnachweis
  24. 25. März Die erste Sendung des Regionalmagazins „Länder life“ wird im Deutschen Fernsehfunk (DFF) ausgestrahlt. Archivnachweis
  25. 26. März Im Deutschen Fernsehfunk (DFF) wird die erste Folge des Wahlmagazins „Controvers“ gesendet. Archivnachweis
  26. 27. März Das Kulturmagazin „Kontur“ wird als Nachfolger der Reihe „Kulturmagazin“, die seit 1973 im Programm war, erstmals im Deutschen Fernsehfunk (DFF) ausgestrahlt. Archivnachweis
  27. 30. März In der Sendung von Klartext „Mikroelektronik - der große Bluff?“ wird die Geschichte der Mikroelektronik in der DDR erzählt. Das DDR-Fernsehen übt Selbstkritik wegen seiner propagandistischen Berichterstattung zur Übergabe des ersten 1-Megabit-Computerships der DDR an Erich Honecker im September 1988. Archivnachweis
  28. 1. April Michael Albrecht wird Intendant des DFF.
  29. 2. April Die Kirchenredaktion des DFF unter der Leitung von Volker von der Heydt wird gegründet.
  30. 5. April Der Deutsche Fernsehfunk (DFF) beteiligt sich am Satellitenprogramm 3sat.
  31. Die erste Folge der Musiksendung „Contakte. Lieder, Macher und Co“ wird im Deutschen Fernsehfunk (DFF) ausgestrahlt. Archivnachweis
  32. Direktübertragung von der konstituierenden Sitzung der 10. Volkskammer, auf der Sabine Bergmann-Pohl zur Präsidentin der Volkskammer gewählt wird. Archivnachweis
  33. 8. April Mit der Moderatorin Bärbel Romanowski startet das von ihr konzipierte Frauenmagazin „ungeschminkt“ im Deutschen Fernsehfunk (DFF). Archivnachweis
  34. 9. April Die erste Folge des politischen Magazins „Weltzeit“ wird im Deutschen Fernsehfunk (DFF) ausgestrahlt.
  35. 10. April Die Koproduktion des Deutschen Fernsehfunks (DFF) mit RTL Plus „Meine Leute – deine Leute. Unterhaltung von hüben und drüben“ wird ausgestrahlt. In der Sendung werden Künstler im Gespräch und durch Bühnenauftritte vorgestellt. Archivnachweis
  36. 11. April Der Fernsehfilm "Ursula" nach einer Novelle von Gottfried Keller ist zum zweiten Mal im Deutschen Fernsehfunk (DFF) zu sehen. Nach der Fernsehpremiere 1978 wurde er in der DDR wegen des Vorwurfs der „Geschichtsfälschung“ verboten. Archivnachweis
  37. 17. April Die Ausstrahlung von kommerzieller Fernsehwerbung in den beiden Programmen des Deutschen Fernsehfunks (DFF) beginnt.
  38. 24. April Die erste Folge der Gesprächssendereihe „Disput“ wird im Deutschen Fernsehfunk (DFF) ausgestrahlt. Archivnachweis
  39. Das Kulturmagazin „Kaos“ wird erstmals im Deutschen Fernsehfunk (DFF) gesendet. Archivnachweis
  40. 26. April Der Fernsehfilm „Monolog für einen Taxifahrer“ von Günter Kunert und Günther Stahnke wird erstmals im Deutschen Fernsehfunk (DFF) gezeigt. Vor der geplanten Erstsendung am 23. Dezember 1962 war er verboten worden. Archivnachweis
  41. In der Sendung „Treff für O.F.“ am 26. April und am 10. Mai 1990 wird dem in der DDR bekannten Conférencier O.F. Weidling gedacht, der nach der Moderation der Eröffnungsgala des Friedrichstadtpalastes am 27. April 1984 Auftrittsverbot in den DDR-Medien erhielt. Weidling starb 1985. Archivnachweis
  42. 28. April Die Gesprächssendung „livezeit“ wird erstmals im Deutschen Fernsehfunk (DFF) ausgestrahlt. Archivnachweis
  43. 30. April Die Satiresendung „Mohrdieck’s Marmelade“ kommt ins Programm des Deutschen Fernsehfunks (DFF). Archivnachweis
  44. Die erste Folge des Modemagazins „Trend“ wird im Deutschen Fernsehfunk (DFF) ausgestrahlt. Vorläufer der Reihe war die Sendung „Modekiste“, die am 6. Dezember 1989 letztmals im DDR-Fernsehen zu sehen war.
  45. 13. Mai Der Fernsehfilm "Risiko", der zunächst für die Reihe "Der Staatsanwalt hat das Wort" vorgesehen war, ist zum ersten Mal im Deutschen Fernsehfunk (DFF) zu sehen. Der Film war 1979 produziert, aber wegen eines Zensureingriffs nicht gesendet worden. Archivnachweis
  46. 15. Juni Mit der kommissarischen Leitung des DDR-Rundfunks wird Manfred Klein, mit der des Fernsehens Michael Albrecht betraut.
  47. 16. Juni Sendebeginn des neuen Kulturkanals „DS Kultur“ als Fusion aus Radio DDR II und dem Deutschlandsender. Radio DDR II stellt sein Programm damit nach 25 Jahren ein. Archivnachweis
  48. 21. Juni Der kommissarische Rundfunk-Intendant Michael Klein kündigt an, dass 1.400 Hörfunkmitarbeiter entlassen werden müssen.
  49. 28. Juni Auf einer Großdemonstration auf dem Alexanderplatz protestieren Angestellte der DDR-Medien gegen den Arbeitsplatzabbau bei Hörfunk, Fernsehen und Printmedien und fordern den Erhalt des Rundfunks und Fernsehens der DDR. Archivnachweis
  50. 1. Juli Der Deutsche Fernsehfunk (DFF) beschließt mit sofortiger Wirkung die Bildung von fünf Landessendern mit Sitz in Potsdam, Rostock, Dresden, Halle und Gera.
  51. Der Deutsche Fernsehfunk (DFF) widmet zahlreiche Sendungen dem Inkrafttreten der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion mit der die Deutsche Mark das offizielle Zahlungsmittel in der DDR wird. Das Magazin „controvers“ sendet in der Folge „Ab heute gilt die D-Mark“ ein Interview mit Ministerpräsident Lothar de Maizière. Archivnachweis
  52. 8. Juli Die erste Folge des Wirtschaftsmagazins „Marktwirtschaft konkret“ widmet sich dem Thema „Wie mach ich mich selbstständig“. Archivnachweis
  53. 12. Juli Die erste Sendung des „Kirchenjournals“ mit Berichten aus dem kirchlichen Leben wird im Deutschen Fernsehfunk (DFF) ausgestrahlt. Archivnachweis
  54. 16. Juli In der ersten AHA-Kundendienst-Sendung mit der Stiftung Warentest werden den Verbrauchern unter dem Titel „Es ist nicht alles Gold, was glänzt“ Einkaufshilfen gegeben. Archivnachweis
  55. 1. August Der Hörfunksender Radio DDR 1 wird in „Radio Aktuell“ umbenannt.
  56. 7. August Der kommissarische Generalintendant des DDR-Rundfunks ordnet für sämtliche journalistischen und technischen Mitarbeiter des Funkhauses Nalepastraße in Berlin Kurzarbeit ab 1. September 1990 an. Am 31. August 1990 wird die Einführung bis auf weiteres verschoben.
  57. 13. August Die fünf neu gebildeten Landessender beginnen im Rahmen des DFF-Programms mit der Ausstrahlung von Regionalprogrammen.
  58. 21. August Der kommissarisch eingesetzte Generalintendant Michael Klein tritt zurück und Christoph Singelnstein übernimmt die Amtsgeschäfte.
  59. 23. August In der Direktübertragung von der 30. Tagung der 10. Volkskammer, einer Sondersitzung, wird in der Nacht zum 23. August der Beitritt der DDR zur BRD nach Artikel 23 des Grundgesetztes mit Wirkung vom 3. Oktober 1990 beschlossen. Archivnachweis
  60. 31. August Innenminister Wolfgang Schäuble und DDR-Staatssekretär Günther Krause unterzeichnen in Berlin den Einigungsvertrag. In Artikel 36 ist festgeschrieben: „Der ‚Rundfunk der DDR’ und der ‚Deutsche Fernsehfunk’ werden (…) bis spätestens 31. Dezember 1991 weitergeführt, soweit sie Aufgaben wahrnehmen, für die die Zuständigkeit der Länder gegeben ist“. Archivnachweis
  61. 7. September Am Nachmittag erfahren die Mitarbeiter des Jugendsenders DT 64 von der bevorstehenden Abschaltung ihrer Sendefrequenzen. Zwölf der 18 DT-64-Frequenzen werden ab 20 Uhr gekappt und am Folgetag sendet auf ihnen RIAS Berlin. Nach Protesten der Journalisten und einer Sitzblockade von Jugendlichen vor dem Gebäude des Ministerrates kann DT 64 am 8. September wieder auf allen Frequenzen senden. Archivnachweis
  62. 13. September Die DDR Volkskammer verabschiedet das „Rundfunküberleitungsgesetz“. Damit werden Fernsehen und Hörfunk der DDR in die künftige Gesetzgebungszuständigkeit der Länder übergeleitet.
  63. 20. September Direktübertragung von der 36. Tagung der 10. Volkskammer, bei der die Abgeordneten mehrheitlich dem Einigungsvertrag zustimmen. Archivnachweis
  64. 23. September Erstsendung des Spielfilms „Heimsuchung“, der als erster Film aus Adlershof den Wende-Herbst 1989 und die persönlichen Umbrüche der DDR-Bürger thematisiert. Archivnachweis
  65. 28. September Eine Direktübertragung von der 37. Tagung der Volkskammer der DDR mit dem Abschlussbericht des Prüfungsausschusses zur früheren Mitarbeit von Abgeordneten der Volkskammer für das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) bzw. für das Amt für Nationale Sicherheit (AfNS) wird im Deutschen Fernsehfunk (DFF) gesendet. Archivnachweis
  66. 2. Oktober Über die Frequenzen von DDR Radio Berlin International wird ab Mitternacht das Programm der Deutschen Welle ausgestrahlt. Der Auslandssender der DDR stellt nach 35 Jahren seine Sendetätigkeit ein. Archivnachweis
  67. Eine Direktübertragung von der 38. und letzten Tagung der Volkskammer der DDR wird im Deutschen Fernsehfunk (DFF) ausgestrahlt. Archivnachweis
  68. Der Deutsche Fernsehfunk (DFF) sendet verschiedene Sendungen zum Vorabend der Deutschen Einheit. Archivnachweis
  69. 3. Oktober Das Programm des Deutschen Fernsehfunk (DFF) steht ganz im Zeichen der Feierlichkeiten zur Wiedervereinigung. Archivnachweis

Chronik des DDR-Sports 1990

  • "Aktuelle Kamera" vom 01.01.1990, Neujahrslauf Berlin
  • "Aktuelle Kamera" vom 27.01.1990, Hertha BSC gegen 1. FC Union Berlin
  • "AK am Abend" vom 17.08.1990, Juan Antonio Samaranch
  • "Speed" vom 21.11.1990, Trabant mit Auflösungsdatum vom DFV
  • "AK am Abend" vom 05.12.1990, Auflösung des DTSB
  • "Sport aktuell" vom 30.09.1990, Berlin-Marathon
  1. 1. Januar Beim ersten Gesamtberliner Neujahrslauf sind neben dem Regierenden Bürgermeister Walter Momper (West-Berlin) und Oberbürgermeister Erhard Krack (Ost-Berlin) auch der Präsident der Internationalen Leichtathletik-Förderation Primo Nebiolo anwesend. Zu den mehr als 20.000 Freizeitläufern zählen neben internationalen Gästen auch Ost- und West-Berliner. Der Weg führt die Läufer sowohl durch den Westteil als auch durch den Ostteil von Berlin. Archivnachweis
  2. 4. Januar Das Amt für Jugend und Sport lädt in Berlin zum ersten „Runden Tisch des Sports“ ein. An der Diskussion beteiligten sich unter anderem Vertreter des Neuen Forums, der NDPD, der LDPD sowie Vertreter des FDGB und der Deutschen Hochschule für Körperkultur der DDR (DHfK). Archivnachweis
  3. 6. Januar Der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) der DDR Manfred Ewald erklärt nach fast 17 Jahren seinen Rücktritt. Bei der in Berlin stattfinden Mitgliederversammlung wird der bis dahin amtierende Vizepräsident Günther Heinze zum neuen Präsidenten des NOK der DDR gewählt. Archivnachweis
  4. 27. Januar Im Berliner Olympiastadion treffen nach 28 Jahren die Berliner Traditionsvereine Hertha BSC und der 1. FC Union Berlin vor 52.000 Zuschauern erstmals wieder aufeinander. Durch eine Rundfunkübertragung können weitere Fans das Spiel verfolgen. Archivnachweis
  5. Während der 17. Tagung des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB) wird der Ausschluss der ehemaligen DTSB-Präsidenten Manfred Ewald und Klaus Eichler aus dem Bundesvorstand beschlossen. Ein Ausschluss erfolgt auch für weitere Spitzenfunktionäre des DTSB. Archivnachweis
  6. Auf einer außerordentlichen Tagung des Zentralvorstands der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) treten der Zentralvorstand und das gesamte Sekretariat zurück.
  7. 10. Februar Der Präsident des Deutschen Fußball-Verbands (DFV) der DDR, Günther Erbach, tritt zurück. Günther Schneider wird zu seinem Nachfolger ernannt.
  8. 14. Februar Die staatliche Zuständigkeit für die vormilitärische Ausbildung wird durch den Ministerrat der DDR aufgehoben. Die Gesellschaft für Sport und Technik (GST) muss deshalb umorganisiert werden. Am 28. April schließen sich Sportverbände der ehemaligen GST zum neugebildeten Bund Technischer Sportverbände (BTSV) zusammen.
  9. 20. Februar Der DDR-Fußballoberligist BFC Dynamo Berlin nennt sich in FC Berlin um.
  10. 4. März Martin Kilian wird beim außerordentlichen Turn- und Sporttag des DTSB zum neuen Präsidenten des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB) gewählt.
  11. 15. März In Frankfurt am Main werden Terminvereinbarungen für die Qualifikationsspiele zur Fußball-Europameisterschaft 1992 in Schweden getroffen. In der Gruppe 5 sollen die Spiele Bundesrepublik gegen die DDR-Nationalmannschaft am am 21. November 1990 in Leipzig stattfinden und das Rückspiel soll am 21. Dezember 1991 ausgetragen werden.
  12. 31. März Erster deutsch-deutscher Renntag in Berlin Hoppegarten. Die Premiere auf der Galopprennbahn wird am ersten Tag live vom West-Fernsehen und vom zweiten Programm des Deutschen Fernsehfunks (DFF) übertragen. Mit dabei sind über 35.000 Zuschauer. Archivnachweis
  13. Der Präsident des Deutschen Fußball-Verbands (DFV) der DDR, Günther Schneider, wird nach kurzer Amtszeit abgewählt. Hans-Georg Moldenhauer wird sein Nachfolger. Archivnachweis
  14. 19. April Erstes Treffen der Präsidenten der beiden deutschen Fußballverbände Hans-Georg Moldenhauer (DFV) und Hermann Neuberger (DFB) in Malta.
  15. 28. April In Berlin gründet sich der Bund Technischer Sportverbände (BTSV). Sportverbände der ehemaligen Gesellschaft für Sport und Technik (GST) schließen sich unter dem neugebildeten Dachverband zusammen.
  16. 9. Mai Das einzige Länderspiel der DDR-Fußballerinnen findet in Potsdam-Babelsberg im Karl-Liebknecht-Stadion statt. Die Mannschaft der DDR verliert gegen die CSFR 0:3.
  17. 19. Mai Bei der ersten gemeinsamen Präsidiumstagung beider deutscher Fußballverbände wird festgelegt, dass eine Vereinigung von DFB und DFV nicht vor 1992 stattfinden soll. Ein gemeinsamer Spielbetrieb ist für die Saison 1992/93 geplant.
  18. 16. Juni Bei der Mitgliederversammlung des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) der DDR wird Joachim Weiskopf zum neuen Präsidenten gewählt.
  19. 22. Juni Das Vermögen des Deutschen Turn- und Sportbunds (DTSB) wird eingezogen und in staatliche Treuhänderschaft überführt. 77 Prozent der Mitarbeiter der DTSB-Zentrale sollen entlassen werden.
  20. 28. Juni Bei einem Spitzentreffen von DTSB und DSB in Berlin beschließen die Präsidenten Martin Kilian und Hans Hansen die Vereinigung der beiden Sportbünde und legen ein Konzept für die Vereinigung vor.
  21. 8. Juli Franz Beckenbauer führt die Fußball-Nationalmannschaft der Bundesrepublik Deutschland in Rom durch einen 1:0 Finalsieg über Argentinien zum dritten Weltmeistertitel.
  22. 11. August Startschuss zur letzten Saison der DDR Fußball-Oberliga.
  23. 17. August Das erste gemeinsame Internationale Stadionfest (ISTAF) in West-Berlin wird mit Sportlern aus aller Welt begangen. Teilnehmer aus der DDR sind unter anderem Heike Drechsler, Ulf Timmermann, Heike Henkel und Christiane Wachtel. Archivnachweis
  24. In Anwesenheit von Juan Antonio Samaranch, dem Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), einigen sich die beiden deutschen Nationalen Olympischen Komitees (NOKs) in Berlin auf den Fahrplan zu ihrer Vereinigung. Am 17. November 1990 werden sich beide NOKs zusammenschließen.
  25. 27. August Bei der Leichtathletik-Europameisterschaft in Split (Jugoslawien, heute Kroatien), die vom 27. August bis zum 1. September 1990 stattfindet, sind die DDR-Sportler erfolgreicher als ihre Mitstreiter aus der Bundesrepublik. Es ist das letzte große internationale Leichtathletik-Ereignis an dem noch zwei deutsche Teams antreten. Archivnachweis
  26. 31. August Bei Verbandstagssitzungen der beiden deutschen Fußballverbände, Deutscher Fußball-Verband (DFV) der DDR und Deutscher Fußball-Bund (DFB), wird sich auf den 21. November 1990 als Termin für die Vereinigung der beiden Verbände geeinigt. Am 20. November 1990 löste sich der DFV auf und konstituierte sich als Regionalverband Nord/Ost neu.
  27. 12. September Das letzte Länderspiel der DDR Nationalmannschaft gegen Belgien findet in Brüssel statt. Das Spiel endet mit einem 2:0 Erfolg der DDR-Auswahl. Beide Tore erzielt Mattias Sammer. Letzter Trainer der DDR-Nationalmannschaft ist Eduard Geyer. Archivnachweis
  28. 15. September Der erste Landessportbund auf dem Territorium der DDR gründet sich in Brandenburg. Gerhard Junghähnel wird zum Präsidenten gewählt. Bis zum 27. September bilden sich vier weitere Landessportbünde in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen.
  29. 21. September Bei einem Benefiz-Fußballspiel in Berlin-Hohenschönhausen spielen die Mannschaften der Volkskammer und des Bundestages gegeneinander. Prominente Spieler sind der Abgeordnete der Volkskammer und Innenminister der DDR Peter-Michael Diestel und Bundesumweltminister Klaus Töpfer. Archivnachweis
  30. 22. September Der Deutsche Turn- und Sportbund (DTSB) beschließt seine Auflösung zum 5. Dezember 1990.
  31. 30. September Der erste gesamtdeutsche Berlin-Marathon kann einen Teilnehmerrekord von 25.000 Läufern verzeichnen. Die Marathonstrecke führt durch ganz Berlin und wird von 41 Fernsehkameras erstmals live in Deutschland und in die ganze Welt ausgestrahlt. Archivnachweis