1989 - 1990 Wende-Zeiten

Chroniken

Chronik der Politischen Ereignisse

11. Januar

20 ausreisewillige DDR-Bürger verlassen nach der Zusicherung von Straffreiheit die Ständige Vertretung der Bundesrepublik in Ost-Berlin. Sie hatten ihre Ausreise erzwingen wollen.

19. Januar

Vor dem Thomas-Müntzer-Komitee vertritt Erich Honecker die Auffassung, dass die Mauer „in fünfzig oder hundert Jahren noch bestehen“ werde.
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"Aktuelle Kamera" vom 19.01.1989, Erich Honecker
"Aktuelle Kamera" vom 19.01.1989, Erich Honecker

06. Februar

Bei seinem Fluchtversuch wird der 20jährige Chris Gueffroy in der Nacht vom 5. auf den 6. Februar von DDR-Grenzsoldaten erschossen. Er ist das letzte Opfer des Schießbefehls an der Mauer.

03. März

Die ständig in der DDR lebenden Ausländer erhalten das aktive und passive Wahlrecht bei Komunalwahlen.

08. März

Bei einem Fluchtversuch aus der DDR mit einem selbst gebastelten Heißluftballon stürzt der 32-jährige Winfried Freudenberg über West-Berlin ab und erleidet tödliche Verletzungen.

12. März

Bundeswirtschaftsminister Helmut Haussmann und Bundesbauminister Oscar Schneider sagen ihren geplanten Besuch bei der Leipziger Frühjahrsmesse ab. Sie protestieren damit gegen die von DDR-Soldaten zwei Tage zuvor auf flüchtende Bürger abgegebenen Schüsse.

16. März

Die DDR-Regierung lädt aufgrund der Absage von Bundeswirtschaftsminister Helmut Haussmann und Bundesbauminister Oscar Schneider den Bundesumweltminister Klaus Töpfer zur Leipziger Frühjahrsmesse ein.

03. April

Der Schießbefehl an der innerdeutschen Grenze wird ausgesetzt.  

17. April

Die unabhängige Gewerkschaft Solidarność wird in Polen nach langjährigem Verbot wieder zugelassen.

02. Mai

Ungarn beginnt mit dem Abbau der Grenzbefestigungen zu Österreich.

07. Mai

Offizielle Bekanntgabe der Ergebnisse der Kommunalwahlen in der DDR. Danach entfallen 98,85 Prozent der Stimmen auf die Kandidaten der Einheitslisten. Von Oppositionellen werden zum ersten Mal Kontrollen vorgenommen und vielerorts Wahlfälschung festgestellt.
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"Aktuelle Kamera" vom 07.05.1989
"Aktuelle Kamera" vom 07.05.1989

02. Juni

Das DDR-Außenministerium erklärt, das Ergebnis der Kommunalwahlen vom 7. Mai 1989 sei korrekt.

04. Juni

Das chinesische Militär beendet gewaltsam die monatelangen Studentenproteste und die Belagerung des Platzes des Himmlischen Friedens (Tiananmen-Massaker).
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04. Juni

Die ersten halbfreien Wahlen in Polen finden statt. Die Gewerkschaft Solidarność geht als klarer Gewinner aus den Wahlen hervor.

07. Juni

Eine Demonstration gegen die Fälschung der Kommunalwahlergebnisse wird vom Staatssicherheitsdienst aufgelöst.

08. Juni

Die DDR-Volkskammer bewertet das Tiananmen-Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking als "Niederschlagung einer Konterrevolution" und zeigt Verständnis für den Einsatz des Militärs.
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12. Juni

Besuch des sowjetischen Staats- und Parteichefs Michail Gorbatschow vom 12. bis 15. Juni in Bonn, bei dem er zum Abschluss erklärt: „Die Mauer kann wieder verschwinden, wenn die Voraussetzungen entfallen, die sie hervorgebracht haben".
"Aktuelle Kamera" vom 13.06.1989, Michail Gorbatschow und Helmut Kohl
"Aktuelle Kamera" vom 13.06.1989, Michail Gorbatschow und Helmut Kohl

27. Juni

In einer symbolischen Aktion zerschneiden der ungarische Außenminister Gyula Horn und sein österreichischer Amtskollege Alois Mock den Stacheldrahtzaun an der gemeinsamen Grenze bei Sopron und öffnen damit den Eisernen Vorhang. Die Grenzsperren werden zwar beseitig, die Grenzkontrollen bleiben jedoch bestehen. In der DDR kommt es zu einem verstärkten Flüchtlingsstrom nach Ungarn.  

07. Juli

Auf der ersten Ostblock-Gipfelkonferenz seit 1968 in Bukarest gesteht der sowjetische Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow jedem sozialistischen Staat die Souveränität zu. Die so genannte Breschnew-Doktrin vom November 1968 wird damit aufgegeben.  

08. August

Die Ständige Vertretung der Bundesrepublik in Ost-Berlin wird wegen Überfüllung für den Besucherverkehr geschlossen. In der Vertretung halten sich über 130 ausreisewillige DDR-Bürger auf.

10. August

Die Lufthansa eröffnet die erste deutsch-deutsche Fluglinie zwischen Leipzig und Frankfurt am Main. Da die innerdeutsche Grenze nicht überflogen werden darf, muss die Maschine einen Umweg über die CSSR fliegen.

13. August

In Budapest wird die Botschaft der Bundesrepublik wegen Überfüllung geschlossen. Rund 180 DDR-Bürger versuchen über diesen Weg eine Ausreise in den Westen zu erwirken.

19. August

Anlässlich des „Paneuropäischen Picknicks“ in Ungarn flüchten etwa 900 DDR-Bürger über die „grüne Grenze“ nach Österreich.

22. August

Die Botschaft der Bundesrepublik in Prag wird wegen Überfüllung geschlossen. Rund 140 Bürger der DDR wollen über die Botschaft in den Westen aussiedeln.

24. August

Durch eine einmalige humanitäre Aktion der ungarischen Regierung erhalten 108 DDR-Bürger, die sich in der Botschaft der Bundesrepublik aufhalten, die Ausreisegenehmigung in den Westen.  
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04. September

Die erste Montagsdemonstration in Leipzig findet im Anschluss an das traditionelle Friedensgebet in der Nikolaikirche statt. Die Demonstrationsteilnehmer fordern Reisefreiheit und die Abschaffung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS).

07. September

Auf dem Alexanderplatz in Ost-Berlin wird gegen die Wahlfälschung bei den Kommunalwahlen vom 7. Mai protestiert. DDR-Sicherheitskräfte nehmen etwa 80 Personen vorübergehend fest.

08. September

Alle DDR-Bürger, die in den vergangenen Wochen Zuflucht in der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik in Ost-Berlin gesucht hatten, verlassen diese freiwillig. Ihnen wurde im Namen der DDR-Regierung von Rechtsanwalt Wolfgang Vogel Straffreiheit und juristische Hilfe versprochen.

10. September

Veröffentlichung des Gründungsaufrufs "Aufbruch 1989 - Neues Forum".

11. September

Ohne Absprache mit der DDR-Regierung lässt Ungarn in der Nacht vom 10. auf den 11. September alle ausreisewilligen DDR-Bürger die Grenze zum Westen passieren.

12. September

Die DDR-Regierung protestiert gegen die Öffnung der ungarischen Grenze für Bürger der DDR und bezeichnet die Vorgänge als "organisierten Menschenhandel".
Aufruf zur Gründung der Bürgerbewegung Demokratie Jetzt (DJ) in der DDR.

19. September

Als erste Oppositionsgruppe beantragt das Neue Forum die offizielle Zulassung als Vereinigung in der DDR.
In Warschau muss die Botschaft der Bundesrepublik wegen Überfüllung mit ausreisewilligen DDR-Bürgern vorübergehend geschlossen werden.

20. September

Die Zulassung des Neuen Forums als Vereinigung wird wegen angeblicher "Verfassungswidrigkeit“ abgelehnt.
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25. September

Demonstration in Leipzig für Reformen und gegen das Verbot des Neuen Forums.

26. September

Einige DDR-Bürger verlassen die Botschaft der Bundesrepublik in Prag und kehren in die DDR zurück. Es wird ihnen die Ausreise in den Westen innerhalb von sechs Monaten zugesichert.

30. September

Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher verkündet in der Botschaft der Bundesrepublik in Prag, dass alle DDR-Flüchtlinge, die sich in den deutschen Botschaften in Prag und Warschau befinden, ausreisen dürfen. Die Ausreiseerlaubnis ist das Ergebnis von Verhandlungen zwischen den Außenministern der UdSSR, DDR, CSSR, Polens und der Bundesrepublik am Rande der UN-Vollversammlung in New York.
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01. Oktober

In Ost-Berlin wird die Oppositionsgruppe Demokratischer Aufbruch (DA) gegründet.

01. Oktober

Sonderzüge aus Warschau und Prag mit DDR-Flüchtlingen durchqueren die DDR. DDR-Bürger versuchen auf die Züge aufzuspringen.

02. Oktober

Die bisher größte Demonstration für Demokratie in Leipzig wird von DDR-Sicherheitsorganen gewaltsam aufgelöst.

03. Oktober

Die DDR-Regierung setzt den visumsfreien Reiseverkehr mit der Tschechoslowakei vorübergehend bis 11. November 1989 aus.
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04. Oktober

Sonderzüge aus Prag und Warschau befördern erneut DDR-Flüchtlinge über das Territorium der DDR in die Bundesrepublik. Auf dem Transportweg befindliche Bahnhöfe und Gleise werden gesperrt, um zu verhindern, dass DDR-Bürger auf die Züge aufspringen.  
Am Dresdner Hauptbahnhof kommt es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Ausreisewilligen und DDR-Sicherheitskräften, weil tausende DDR-Bürger auf die Sonderzüge in die Bundesrepublik aufspringen wollen.
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07. Oktober

40. Jahrestag der DDR. Der sowjetische Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow nimmt an den Festveranstaltungen zum Jubiläum teil und tritt vor die Presse. Er wird später mit dem Ausspruch „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“ zitiert, den er wörtlich so nie gesagt hat.
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"Aktuelle Kamera" vom 06.10.1989, Michail Gorbatschow
"Aktuelle Kamera" vom 06.10.1989, Michail Gorbatschow
Die Sozialdemokratische Partei (SDP) in der DDR gründet sich in Schwante bei Berlin.
In mehreren Städten der DDR finden Demonstrationen für Meinungsfreiheit und Reformen statt, die von DDR-Sicherheitskräften aufgelöst werden. Es erfolgt die Festnahme von über tausend Demonstranten.

09. Oktober

Rund 70.000 Menschen demonstrieren in Leipzig für eine demokratische Erneuerung des Landes ("Wir sind das Volk - keine Gewalt"). Erstmals halten sich die Sicherheitskräfte zurück.
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In Dresden empfängt Oberbürgermeister Berghofer (SED) eine Abordnung der Demonstranten, die ihm einen Forderungskatalog übergibt.

16. Oktober

In Leipzig findet die bislang größte Demonstration mit mehr als 120.000 Menschen statt. Erneut halten sich die Sicherheitskräfte zurück.
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18. Oktober

Rücktritt Erich Honeckers von all seinen Ämtern und Rücktritt des Politbüromitglieds Günter Mittag sowie des ZK-Sekretärs für Agitation und Propaganda Joachim Herrmann auf der 9. Tagung des Zentralkomitees der SED.
Kommunique des neuen SED-Generalsekretärs Egon Krenz vom 18.10.1989
Kommunique des neuen SED-Generalsekretärs Egon Krenz vom 18.10.1989
Der neue SED-Generalsekretär Egon Krenz wendet sich über das Fernsehen mit einem Kommuniqué an die Bürger der DDR. Er räumt ein, dass die SED in den zurückliegenden Monaten die reale Lage verkannt habe und verspricht, eine "Wende" einzuleiten.
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23. Oktober

Rund 300.000 Menschen demonstrieren in Leipzig am Abend vor der Wahl von Egon Krenz zum Staatsratsvorsitzenden.
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24. Oktober

Die DDR-Volkskammer wählt Egon Krenz zum Staatsratsvorsitzenden und Vorsitzenden des Nationalen Verteidigungsrates.
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27. Oktober

Der DDR-Staatsrat verkündet eine weitgehende Amnestie für Flüchtlinge und Demonstrationsteilnehmer.  
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28. Oktober

Konstituierung der DDR-Oppositionsgruppe Initiative Frieden und Menschenrechte (IFM) als landesweite Organisation

03. November

Erneute Ausreisewelle von DDR-Bürgern nach Beschluss der DDR-Regierung, dass Ausreisewillige das Land ohne Formalitäten über das Gebiet der Tschechoslowakei verlassen können.

04. November

Bei der genehmigten Demonstration der Künstler und Kulturschaffenden für mehr Demokratie versammeln sich auf dem Ost-Berliner Alexanderplatz über 500.000 Menschen. Es sprechen unter anderem Stefan Heym, Christoph Hein und Christa Wolf. Auf Vorbehalte stoßen Redner wie Markus Wolf und vor allem Günter Schabowski, der mehrfach ausgepfiffen wird. Das Fernsehen der DDR überträgt die Veranstaltungen direkt und unangekündigt.
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Demonstration der Künstler und Kulturschaffenden in Berlin am 04.11.1989
Demonstration der Künstler und Kulturschaffenden in Berlin am 04.11.1989

06. November

In der Presse der DDR wird der Entwurf für ein neues Reisegesetz veröffentlicht. Nach heftiger öffentlicher Kritik verwirft der zuständige Volkskammerausschuss die Vorlage bereits am nächsten Tag.
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In Leipzig demonstrieren hunderttausende von Bürgern der DDR für unbeschränkte Reisemöglichkeiten, die Aufgabe des Führungsanspruchs der SED und freie Wahlen.

07. November

Der DDR-Ministerrat tritt geschlossen zurück.  
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08. November

Rücktritt des Politbüros auf der 10. Tagung des Zentralkomitees der SED. Wahl eines verkleinerten Politbüros. Egon Krenz wird als Generalsekretär bestätigt.
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09. November

Direktübertragung der Pressekonferenz mit Günter Schabowski zum Verlauf der 10. Tagung des Zentralkomitees der SED mit Aussage zur Grenzöffnung. Auf eine Nachfrage erklärt Schabowski, der Beschluss trete nach seiner Kenntnis "sofort, unverzüglich" in Kraft.
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Kurz vor Mitternacht öffnen sich die ersten Schlagbäume an der Berliner Mauer. Daraufhin drängen Tausende von Ost-Berlinern nach West-Berlin.

10. November

Millionen von Bürgern der DDR besuchen nach der Maueröffnung West-Berlin und die grenznahen Städte der Bundesrepublik.
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"Aktuelle Kamera" vom 10.11.1989, Situation am Brandenburger Tor
"Aktuelle Kamera" vom 10.11.1989, Situation am Brandenburger Tor
Bundeskanzler Helmut Kohl spricht am Abend vor dem Schöneberger Rathaus in West-Berlin. Von dieser Kundgebung wird der SPD-Ehrenvorsitzende Willy Brandt oft mit dem nicht gesagten Satz "Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört" zitiert.
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12. November

In mehreren Städten der DDR finden Kundgebungen und „Aktivtagungen“ der SED statt, auf denen die Basis für eine "Erneuerung der Partei von unten" plädiert. Auf einer Demonstration in Dresden verabschieden SED-Mitglieder den 1. Sekretär der Bezirksleitung in Dresden Hans Modrow nach Berlin.
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13. November

Rücktritt von Volkskammerpräsident Horst Sindermann. In erstmals geheimer Abstimmung wird Günther Maleuda (Vorsitzender der Demokratischen Bauernpartei Deutschlands) zu seinem Nachfolger gewählt.
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Die Volkskammer wählt Hans Modrow zum neuen Ministerpräsidenten.

13. November

Abberufung des amtierenden Ministerrates auf der 11. Tagung der 9. Volkskammer. Die ehemaligen Mitglieder des Ministerrats Willi Stoph, Ernst Höfner, Gerhard Schürer und Erich Mielke beantworten Fragen der Abgeordneten und versuchen sich zu rechtfertigen. Originalton Erich Mielke: "Ich liebe, ich liebe doch alle, alle Menschen..."
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17. November

Ministerpräsident Hans Modrow stellt die Mitglieder seines Kabinetts vor und kündigt in seiner Regierungserklärung weitgehende Reformen an.
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Hans Modrow schlägt der Bundesregierung in seiner Regierungserklärung in Bezug auf die Deutschlandfrage einen Ausbau der Beziehungen hin zu einer Vertragsgemeinschaft vor. Er distanzierte sich zu diesem Zeitpunkt eindeutig von einer möglichen deutschen Wiedervereinigung.    

18. November

Das Ministerium für Staatssicherheit wird durch das Amt für Nationale Sicherheit ersetzt.

20. November

Über 200.000 Menschen haben durch ihre Unterschrift ihre Zustimmung zum Aufruf der Oppositionsgewegung "Neues Forum" ausgedrückt.

23. November

Auf Beschluss des Ministerrats werden Zollkontrollen eingeführt, um den Ausverkauf von DDR-Produkten zu verhindern.
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"Aktuelle Kamera" vom 23.11.1989, Grenzkontrolle Berlin-Friedrichshain
"Aktuelle Kamera" vom 23.11.1989, Grenzkontrolle Berlin-Friedrichshain

26. November

Mit dem Appell „Für unser Land“ rufen Intellektuelle aus der DDR dazu auf, die Eigenständigkeit der DDR zu bewahren und eine sozialistische Alternative zur Bundesrepublik zu entwickeln.
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"Aktuelle Kamera" vom 28.11.1989, Stefan Heym
"Aktuelle Kamera" vom 28.11.1989, Stefan Heym

28. November

Bundeskanzler Helmut Kohl legt dem Bundestag sein „Zehn-Punkte-Programm“ zur Deutschlandpolitik vor.
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29. November

Dem Appell "Für unser Land" schließen sich SED-Generalsekretär Egon Krenz sowie der DDR-Ministerpräsident Hans Modrow an.
"Aktuelle Kamera" vom 29.11.1989, Christa Wolf
"Aktuelle Kamera" vom 29.11.1989, Christa Wolf

01. Dezember

Das „Zehn-Punkte-Programm“ zur Überwindung der Teilung Deutschlands wird im Bundestag ohne die Stimmen der SPD und der Grünen gebilligt.
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Die DDR-Volkskammer beschließt auf ihrer 13. Tagung den Führungsanspruch der SED aus der Verfassung zu streichen. Im Artikel 1, Absatz 1, zweiter Halbsatz wird der Passus "unter Führung der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei" getilgt.    
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03. Dezember

Die 12. Tagung des Zentralkomitees der SED beschließt die Auflösung von Politbüro und Zentralkomitee sowie den Parteiausschluss von Erich Honecker, Erich Mielke, Alexander Schalck-Golodkowski und weiteren Funktionären.
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Die ehemaligen Politbüromitglieder Günter Mittag und Harry Tisch sowie die Bezirkssekretäre Gerhard Müller und Hans Albrecht werden verhaftet.

04. Dezember

Bürger dringen in die Gebäude des Staatssicherheitsdienstes in Erfurt, Leipzig und weiteren Orten ein, um die Vernichtung von Stasi-Akten zu verhindern.  
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05. Dezember

Die CDU der DDR und die Liberal-Demokratische Partei Deutschlands (LDPD) geben ihren Austritt aus dem "Demokratischen Block der Parteien und Massenorganisationen" bekannt.

06. Dezember

Rücktritt von Egon Krenz als Staatsratsvorsitzender. Nachfolger wird der Vorsitzende der LDPD Manfred Gerlach.

07. Dezember

Auftakt zum Runden Tisch mit Vertretern der fünf ehemaligen Blockparteien und sieben Oppositionsgruppierungen. Im Ergebnis des Treffens in Ost-Berlin sprechen sich die Teilnehmer für die Auflösung des Amtes für Nationale Sicherheit aus und dafür, die ersten freien Wahlen am 6. Mai 1990 abzuhalten.
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08. Dezember

Der außerordentliche SED-Parteitag in Ost-Berlin spricht sich gegen die Parteiauflösung aus.     Gregor Gysi wird auf dem außerordentlichen SED-Parteitag zum neuen Parteivorsitzenden gewählt. Seine Stellvertreter werden Hans Modrow und der Dresdner Oberbürgermeister Wolfgang Berghofer.
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Gregor Gysi auf dem außerordentlichen Parteitag der SED am 08.12.1989
Gregor Gysi auf dem außerordentlichen Parteitag der SED am 08.12.1989

11. Dezember

Bei den traditionellen Montagsdemonstrationen in der DDR wird der Ruf nach Wiedervereinigung lautstark erhoben.

15. Dezember

Der am 12. November gewählte Lothar de Maizière wird als Parteivorsitzender der CDU in der DDR bestätigt.

16. Dezember

Auf dem Sonderparteitag der SED benennt sich die Partei in SED-PDS (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands - Partei des Demokratischen Sozialismus) um.
Gründungsparteitag des Demokratischen Aufbruchs (DA) in Leipzig. Zum Vorsitzenden wird Wolfgang Schnur gewählt.

19. Dezember

Bundeskanzler Helmut Kohl und Ministerpräsident Hans Modrow vereinbaren Verhandlungen über eine deutsch-deutsche Vertragsgemeinschaft bei einem Treffen in Dresden.
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"Aktuelle Kamera" vom 19.12.1989, Helmut Kohl in Dresden
"Aktuelle Kamera" vom 19.12.1989, Helmut Kohl in Dresden
Helmut Kohl hält anläßlich seiner Reise nach Dresden eine Ansprache vor der Ruine der Frauenkirche.

22. Dezember

Wiedereröffnung des Brandenburger Tors in Berlin.
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"Aktuelle Kamera" vom 22.12.1989, Öffnung des Brandenburger Tors
"Aktuelle Kamera" vom 22.12.1989, Öffnung des Brandenburger Tors

24. Dezember

Die Einreise von Bundesbürgern und West-Berlinern in die DDR ist wieder ohne Visum und Zwangsumtausch möglich.

11. Januar

Das neue Reisegesetz, das den DDR-Bürgern Reisefreiheit einräumt, wird von der Volkskammer der DDR verabschiedet.

13. Januar

Die Sozialdemokratische Partei in der DDR (SDP) beschließt auf ihrer ersten Landesdelegiertenkonferenz in Ost-Berlin die Umbenennung in Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD).
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15. Januar

Demonstranten stürmen die Zentrale des ehemaligen Staatssicherheitsdienstes in der Ost-Berliner Normannenstraße.
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"Aktuelle Kamera" vom 15.01.1990, Stürmung der Stasi-Zentrale in Ost-Berlin
"Aktuelle Kamera" vom 15.01.1990, Stürmung der Stasi-Zentrale in Ost-Berlin

15. Januar

Ministerpräsident Hans Modrow nimmt erstmals an einer Sitzung des Zentralen Runden Tisches teil. Er schlägt dem Runden Tisch die Zusammenarbeit mit der DDR-Regierung vor.
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20. Januar

Die Mehrheit des Parteivorstandes der SED-PDS entscheidet sich gegen eine Auflösung der Partei. Beschlossen wird die Abschaffung des Parteiabzeichens und des Parteisymbols.
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20. Januar

Die Zentrale Schiedskommission der SED-PDS schließt Hans-Joachim Böhme, Horst Dohlus, Kurt Hager, Joachim Herrmann, Werner Jarowinsky, Heinz Keßler, Egon Krenz, Ingeborg Lange, Erich Mückenberger, Margarete Müller, Alfred Neumann, Günter Schabowski, Gerhard Schürer und Werner Walde aus der Partei aus.

20. Januar

Gründung der Deutschen Sozialen Union (DSU) durch zwölf christlich-liberale und konservative Gruppen in Leipzig.
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21. Januar

Der stellvertretende Parteivorsitzende und Oberbürgermeister Dresdens Wolfgang Berghofer tritt mit weiteren 39 Mitgliedern aus der Partei SED-PDS aus.
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29. Januar

Der ehemalige Staats- und Parteichef der DDR Erich Honecker wird aus dem Krankenhaus entlassen und kommt in Untersuchungshaft. Er wird kurze Zeit später aus gesundheitlichen Gründen wieder frei gelassen.

01. Februar

Das "Gesetz über Reisen von Bürgern der Deutschen Demokratischen Republik in das Ausland" tritt offiziell in Kraft.

01. Februar

Ministerpräsident Hans Modrow stellt sein Konzept "Für Deutschland einig Vaterland" vor. Dieses sieht eine stufenweise Wiedervereinigung vor: Von einer Vertragsgemeinschaft über eine Konföderation zu einer Übertragung von Souveränitätsrechten auf die Konföderation.
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03. Februar

Der Ministerpräsident der DDR, Hans Modrow, und der Bundeskanzler der BRD, Helmut Kohl, führen am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos ein Gespräch über die Lage in der DDR und die bilateralen Beziehungen.

04. Februar

Der Parteivorstand der SED-PDS beschließt die Namensänderung der Partei in PDS.

04. Februar

Gründung der Freien Demokratischen Partei (F.D.P.) in der DDR.
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05. Februar

Die Parteien CDU (DDR), DSU und DA einigen sich in Berlin darauf, für die Volkskammerwahl am 18. März das Wahlbündnis "Allianz für Deutschland" zu bilden.
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05. Februar

Ein Gesetz zur Meinungs-, Informations- und Medienfreiheit wird beschlossen. Somit unterstehen Rundfunk, Fernsehen und die Nachrichtenagentur ADN nicht mehr der Regierung. Das Fernsehen der DDR wird zu einer politisch unabhängigen, öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt.
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05. Februar

Auf Vorschlag von Ministerpräsident Hans Modrow wählt die Volkskammer der DDR acht Politiker aus neuen Parteien und Vereinigungen zu Ministern ohne Geschäftsbereich in den Ministerrat.
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07. Februar

Die DDR-Oppositionsgruppen Neues Forum, Demokratie Jetzt und Initiative Frieden und Menschenrechte schließen sich für die Volkskammerwahl zur Listenverbindung "Bündnis 90" zusammen.
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Aktuelle Kamera vom 16.02.1990, Pressekonferenz Bündnis 90 zum Wahlbündnis
Aktuelle Kamera vom 16.02.1990, Pressekonferenz Bündnis 90 zum Wahlbündnis

09. Februar

Vom 9. bis 20. Februar werden zum ersten Mal die 40. Internationalen Berliner Filmfestspiele (Berlinale) in beiden Teilen der Stadt veranstaltet.

10. Februar

Treffen zwischen Bundeskanzler Helmut Kohl und dem sowjetischen Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow in Moskau. Die UdSSR signalisiert, einer Wiedervereinigung Deutschlands nicht im Weg zu stehen.
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"Aktuelle Kamera" vom 10.02.1990, Helmut Kohl und Michail Gorbatschow
"Aktuelle Kamera" vom 10.02.1990, Helmut Kohl und Michail Gorbatschow

13. Februar

DDR-Ministerpräsident Hans Modrow und Bundeskanzler Helmut Kohl vereinbaren in Bonn die Einsetzung einer gemeinsamen Kommission zur Vorbereitung der Währungs- und Wirtschaftsunion.
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20. Februar

Die Volkskammer der DDR beschließt ein neues Wahlgesetz. Danach sollen in der Volkskammer statt 500 nur noch 400 Abgeordnete sitzen, die frei, allgemein, gleich, direkt und geheim gewählt werden. Als Wahltermin wird der 18. März 1990 festgesetzt.
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01. März

Der DDR-Ministerrat beschließt die Umwandlung aller Kombinate in Kapitalgesellschaften und die Einrichtung der Treuhandanstalt für die Verwaltung von Volkseigentum.
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10. März

Erstmals seit Kriegsende fliegt eine Lufthansa-Maschine wieder direkt von Frankfurt am Main nach Leipzig. Ohne Umweg über die CSSR benötigt sie statt bisher 100 Minuten nur noch rund 40 Minuten für die um 300 Kilometer verkürzte Strecke.

12. März

Der Zentrale Runde Tisch beendet mit seiner 16. Sitzung im Konferenzgebäude des Berliner Schlosses Niederschönhausen seine Arbeit und spricht sich gegen eine Übernahme des Grundgesetzes der Bundesrepublik für die DDR aus.
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12. März

In Leipzig findet die letzte Montagsdemonstration statt.

14. März

Vorbereitende Zwei-plus-Vier-Gespräche auf Beamtenebene über die deutsche Einheit mit Vertretern beider deutscher Staaten und den Alliierten in Bonn.
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"AK am Abend" vom 14.03.1990, Vorbereitende Zwei-plus-Vier-Gespräche in Bonn
"AK am Abend" vom 14.03.1990, Vorbereitende Zwei-plus-Vier-Gespräche in Bonn
Der Vorsitzende des Demokratischen Aufbruchs (DA) Wolfgang Schnur bestätigt, als Inoffizieller Mitarbeiter für den Staatssicherheitsdienst der DDR tätig gewesen zu sein und tritt von seinem Amt zurück.
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18. März

Erste und einzige freie Volkskammerwahlen der DDR mit einem Wahlsieg der konservativen „Allianz für Deutschland“, ein Wahlbündnis aus CDU, DSU und DA mit 48,15 Prozent.
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"AK am Abend" vom 18.03.1990, Hochrechnung der Wahlergebnisse
"AK am Abend" vom 18.03.1990, Hochrechnung der Wahlergebnisse

02. April

Der Partei- und Fraktionsvorsitzende der DDR-SPD Ibrahim Böhme tritt von seinen Ämtern zurück, nachdem Vorwürfe zur Mitarbeit für den Staatssicherheitsdienst der DDR gegen ihn erhoben wurden.
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05. April

In der konstituierenden Sitzung der neu gewählten Volkskammer der DDR wird Sabine Bergmann-Pohl (CDU) zur Präsidentin der Volkskammer gewählt. Der CDU-Vorsitzende Lothar de Maizière wird mit der Regierungsbildung beauftragt.
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12. April

Die Volkskammer der DDR wählt Lothar de Maizière zum Ministerpräsidenten der DDR.
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12. April

Die Volkskammer der DDR wählt die Regierung der Großen Koalition aus den Parteien CDU, Deutsche Soziale Union (DSU), Demokratischer Aufbruch (DA), SPD und Bund Freier Demokraten - Die Liberalen (BFD).
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27. April

In Ost-Berlin beginnen die offiziellen Verhandlungen zum deutsch-deutschen Staatsvertrag über die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion.
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"AK am Abend" vom 27.04.1990, Renate Krawielicki zum Staatsvertrag
"AK am Abend" vom 27.04.1990, Renate Krawielicki zum Staatsvertrag

30. April

Erstes offizielles Treffen des Deutschen Bundestags und der Volkskammer durch ihre Vertreter, der DDR-Volkskammerpräsidentin Sabine Bergmann-Pohl und der Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth.
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05. Mai

Das erste Außenministertreffen der Zwei-plus-Vier-Verhandlungen über die äußeren Aspekte der deutschen Einheit findet in Bonn statt.
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06. Mai

Erste freie Kommunalwahlen in der DDR. Die CDU erlangt den höchsten Stimmanteil mit 34,4 Prozent, gefolgt von der SPD mit 21,3 Prozent und der PDS mit 14,6 Prozent.

18. Mai

Bundesfinanzminister Theodor Waigel und der DDR-Finanzminister Walter Romberg unterzeichnen den Staatsvertrag über die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion.
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Direktübertragung der Unterzeichnung des Staatsvertrags am 18.05.1990
Direktübertragung der Unterzeichnung des Staatsvertrags am 18.05.1990

21. Mai

Der erste in der DDR gefertigte VW-Polo läuft im Automobilwerk Zwickau vom Band.

01. Juni

Die Stadtverordnetenversammlung von Karl-Marx-Stadt beschließt die Rückbenennung der Stadt in Chemnitz. Bei einer im April durchgeführten Volksabstimmung sprachen sich mehr als 75 Prozent der wahlberechtigten Bevölkerung für die Rückbenennung ihrer Stadt in Chemnitz aus.
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"AK am Abend" vom 17.04.1990, Referendum zur Rückbenennung in Chemnitz
"AK am Abend" vom 17.04.1990, Referendum zur Rückbenennung in Chemnitz

06. Juni

Die mutmaßliche RAF-Terroristin Susanne Albrecht wird durch die Kriminalpolizei der DDR verhaftet.
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"AK am Abend" vom 07.06.1990, Verhaftung von Susanne Albrecht
"AK am Abend" vom 07.06.1990, Verhaftung von Susanne Albrecht

13. Juni

Die DDR-Grenztruppen beginnen mit dem endgültigen Abriss der Berliner Mauer.
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"AK am Abend" vom 13.06.1990, Abriss der Berliner Mauer
"AK am Abend" vom 13.06.1990, Abriss der Berliner Mauer

21. Juni

Die Volkskammer der DDR und der Deutsche Bundestag verabschieden den Staatsvertrag über die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion zwischen der Bundesrepublik und der DDR sowie die völkerrechtliche Anerkennung der polnischen Westgrenze.
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22. Juni

In Ost-Berlin beginnt die zweite Runde der Zwei-plus-Vier-Gespräche.
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01. Juli

Inkrafttreten der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion. Die Deutsche Mark wird das offizielle Zahlungsmittel in der DDR.
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"controvers" vom 01.07.1990, Sparkasse in Berlin
"controvers" vom 01.07.1990, Sparkasse in Berlin

06. Juli

In Ost-Berlin beginnen die Verhandlungen zum Einigungsvertrag.
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16. Juli

Michail Gorbatschow und Helmut Kohl einigen sich nach zweitägigen Gesprächen in Moskau und im Kaukasus über die volle Souveränität des vereinten Deutschlands und die freie Wahl der Bündniszugehörigkeit.
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"Ak am Abend" vom 15.07.1990, Gorbatschow und Kohl begrüßen sich in Moskau
"Ak am Abend" vom 15.07.1990, Gorbatschow und Kohl begrüßen sich in Moskau

17. Juli

Beginn der dritten Runde der Zwei-plus-Vier-Verhandlungen in Paris. Bestätigung der Oder-Neiße-Grenze als polnische Westgrenze.
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20. Juli

Neue Vereidigung der Soldaten der Nationalen Volksarmee (NVA). Zum ersten Mal in der Geschichte der DDR verpflichten sich die NVA-Soldaten nicht mehr, den Sozialismus zu verteidigen.
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22. Juli

Die Volkskammer verabschiedet ein Ländereinführungsgesetz. Damit entstehen die fünf Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.
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24. Juli

Die Fraktion der Liberal-Demokratischen Partei (LDP) tritt aus der Regierungskoalition aus, weil keine Einigung über den Beitrittstermin der DDR zur BRD und über den Wahlmodus erzielt wird.

13. August

Die Rolling Stones treten zum ersten Mail in der DDR auf. Am Jahrestag des Mauerbaus findet das Konzert an der Weißenseer Radrennbahn in Ost-Berlin statt.
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15. August

Der Ministerpräsident der DDR, Lothar de Maizière, entläßt Finanzminister Walter Romberg (SPD), Landwirtschaftsminister Peter Pollack (parteilos, für die SPD), Wirtschaftsminister Gerhard Pohl (CDU) und Justizminister Kurt Wünsche (parteilos, vormals F.D.P.). Die Ressorts werden von Staatssekretären geleitet.

19. August

Die SPD verlässt die Regierungskoalition und Ministerpräsident Lothar de Maizière verliert die Regierungsmehrheit. Die Liberalen hatten bereits am 24. Juli der Regierung ihre Unterstützung entzogen, ohne jedoch ihre Minister aus dem Kabinett zurückzuziehen.
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22. August

Das Wahlgesetz für die erste gesamtdeutsche Wahl zum Bundestag wird von der Volkskammer der DDR nochmals beraten und mit Zweidrittelmehrheit beschlossen.
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23. August

Die Volkskammer der DDR beschließt mit Wirkung vom 3. Oktober 1990 den Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes nach Artikel 23.
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Volkskammertagung vom 23.08.1990, Sabine Bergmann-Pohl
Volkskammertagung vom 23.08.1990, Sabine Bergmann-Pohl

24. August

Die Volkskammer der DDR beschließt ein Gesetz über die Sicherung und Nutzung der personenbezogenen Daten des ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit und des Amtes für Nationale Sicherheit (MfS/AfNS).  
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31. August

Der Vertrag zwischen der DDR und der BRD über die Herstellung der Einheit Deutschlands wird im Kronprinzenpalais in Ost-Berlin von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und DDR-Ministerpräsident Günther Krause unterzeichnet.
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04. September

Bürgerrechtler besetzen die Zentrale des ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit in Ost-Berlin und fordern klare Regelungen über den Verbleib der Akten sowie deren Verwendung.
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12. September

In der abschließenden Runde der Zwei-plus-Vier-Gespräche über die äußeren Aspekte der deutschen Vereinigung wird der "Vertrag über die abschließende Regelung in Bezug auf Deutschland" von den Außenministern der vier Siegermächte, der BRD und der DDR in Moskau, im Beisein des sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow, unterzeichnet.
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"AK am Abend" vom 12.09.1990, Pressekonferenz zu den Ergebnissen der Zwei-plus-Vier-Gespräche
"AK am Abend" vom 12.09.1990, Pressekonferenz zu den Ergebnissen der Zwei-plus-Vier-Gespräche

20. September

Der Einigungsvertrag wird mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit von der Volkskammer der DDR und vom Deutschen Bundestag verabschiedet.
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21. September

Der Bundesrat stimmt dem Einigungsvertrag zu.

24. September

In Ost-Berlin unterzeichnen DDR-Verteidigungsminister Rainer Eppelmann und der sowjetische Oberkommandierende des Warschauer Paktes General Pjotr Luschew den Austritt der DDR aus dem Warschauer Pakt.
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02. Oktober

Verabschiedung der westalliierten Stadtkommandanten aus Berlin. Der Besatzungsstatus Berlins wird nach 45 Jahren beendet.
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"AK am Abend" vom 02.10.1990, Verabschiedung der Westalliierten in Berlin
"AK am Abend" vom 02.10.1990, Verabschiedung der Westalliierten in Berlin
Die 38. und letzte Tagung der Volkskammer der DDR wird in einem Festakt im Berliner Staatsratsgebäude begangen.
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02. Oktober

Offizielle Auflösung der Nationalen Volksarmee (NVA).
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03. Oktober

Die DDR tritt der Bundesrepublik Deutschland nach Artikel 23 des Grundgesetzes bei.
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"AK am Abend" vom 03.10.1990, Feierlichkeiten zur Wiedervereinigung
"AK am Abend" vom 03.10.1990, Feierlichkeiten zur Wiedervereinigung

04. Oktober

Der erste gesamtdeutsche Bundestag konstituiert sich im Berliner Reichstagsgebäude.
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Chronik des DDR-Fernsehens

19. Januar

Bericht der Nachrichtensendung „Aktuelle Kamera“: Vor dem Thomas-Müntzer-Komitee vertritt Erich Honecker die Auffassung, dass die Mauer „in fünfzig oder hundert Jahren noch bestehen“ werde.
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07. Mai

Der Leiter der Zentralen Wahlkommission Egon Krenz verliest im Fernsehen der DDR das vorläufige Ergebnis der Kommunalwahlen. Danach entfallen 98,85 Prozent der Stimmen auf die Kandidaten der Nationalen Front.
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"Aktuelle Kamera" vom 07.05.1989, Egon Krenz verliest das Wahlergebnis
"Aktuelle Kamera" vom 07.05.1989, Egon Krenz verliest das Wahlergebnis

30. Mai

Die „Aktuelle Kamera“ berichtet über das erste Konzert der Berliner Philharmoniker in Ostberlin seit dem Mauerbau 1961.

04. Juni

Das chinesische Militär beendet in der Nacht vom 3. auf den 4. Juni gewaltsam die Studentenproteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking (Tiananmen-Massaker). Das Fernsehen der DDR hält sich in der „Aktuellen Kamera“ in einem Telefonbeitrag von Mathias Ehrich an die Meldungen des chinesischen Fernsehens. Hiernach hätten Truppen der chinesischen Volksbefreiungsarmee einen „konterrevolutionären Aufruhr“ „zur Verteidigung der Sicherheit der Hauptstadt, der sozialistischen Ordnung und der Interessen des Volkes niedergeschlagen“, „wobei einige die wahre Situation verkannten. Es habe Tote und Verletzte gegeben.“
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"Aktuelle Kamera" vom 04.06.1989, Mathias Ehrich aus Peking
"Aktuelle Kamera" vom 04.06.1989, Mathias Ehrich aus Peking

08. Juni

Die „Aktuelle Kamera“ berichtet über die 9. Tagung der Volkskammer der DDR, in der die Abgeordneten eine Erklärung zu den Ereignissen auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking abgeben: „Die Abgeordneten der Volkskammer stellen fest, dass in der gegenwärtigen Lage die von der Partei- und Staatsführung der Volksrepublik China beharrlich angestrebte politische Lösung innerer Probleme infolge der gewaltsamen, blutigen Ausschreitungen verfassungsfeindlicher Elemente verhindert worden ist. Infolge dessen sah sich die Volksmacht gezwungen, Ordnung und Sicherheit unter Einsatz bewaffneter Kräfte wiederherzustellen. Dabei sind bedauerlicherweise zahlreiche Verletzte und auch Tote zu beklagen.“
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"Aktuelle Kamera" vom 8.06.1989, Angelika Unterlauf
"Aktuelle Kamera" vom 8.06.1989, Angelika Unterlauf

12. Juni

In der Sendereihe „Der schwarze Kanal“ polemisiert Karl-Eduard von Schnitzler gegen die westliche Berichterstattung zum Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking und spricht von „Konterrevolution“.
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05. August

Im DDR-Fernsehen wird erstmals Stellung zu Botschaftsflüchtlingen genommen.
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24. August

In der „Aktuellen Kamera“ wird in einem Kommentar des Allgemeinen Deutschen Nachrichtendienstes (ADN) dem Westfernsehen vorgeworfen, mit der Berichterstattung über den Aufenthalt von DDR-Bürgern in BRD-Botschaften und deren Ausreise „Menschen zu verführen und in ein ungewisses Schicksal zu treiben“.
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"Aktuelle Kamera" vom 24.08.1989, Hans-Dieter Lange
"Aktuelle Kamera" vom 24.08.1989, Hans-Dieter Lange

01. September

Die erste Sendung des Jugendmagazins „Elf 99“ wird im Fernsehen der DDR ausgestrahlt.
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"Elf99" vom 01.09.1989, Vorspann-Logo
"Elf99" vom 01.09.1989, Vorspann-Logo

04. September

Karl-Eduard von Schnitzler bezeichnet in der Sendereihe „Der schwarze Kanal“ die Berichte der BRD-Medien über die Ausreisewelle aus der DDR als „Einmischung“.
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21. September

Das „Neue Deutschland“ veröffentlicht ein Interview mit dem Mitropa-Koch H. Ferworn, der behauptet, von „Menschenhändlern“ nach Wien entführt worden zu sein. Man habe ihn mit einer präparierten Menthol-Zigarette betäubt. Am 3. November 1989 entschuldigt sich das „Neue Deutschland“ bei seinen Lesern für den Abdruck der Geschichte. Am 4. Januar 1990 wird dem Thema im Fernsehen der DDR eine Reportage mit dem Titel „Die Menthol-Zigaretten-Story. Eine Geschichte aus der alten DDR“ gewidmet.
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"Die Menthol-Zigaretten-Story" vom 04.01.1990
"Die Menthol-Zigaretten-Story" vom 04.01.1990

30. September

Bericht der „Aktuellen Kamera“ über den Beschluss, dass die DDR-Flüchtlinge, die sich in den Botschaften der BRD in Prag und Warschau aufhalten, in die BRD ausreisen dürfen.
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02. Oktober

Die „Aktuelle Kamera“ sendet einen Kommentar zu den Ausreisegenehmigungen aus der Warschauer und Prager Botschaft, in dem sie BRD-Außenminister Hans-Dietrich Genscher eine Inanspruchnahme des Ruhmes vorwirft.
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03. Oktober

Kommentar in der „Aktuellen Kamera“ zur vorübergehenden Aussetzung des visumfreien Verkehrs zwischen der DDR und der Tschechoslowakei. Olaf Dietze begründet die Entscheidung mit einer „Verleumdungskampagne“, die „mit dem Ziel der Manipulierung der Menschen im Sinne der Bonner Politik“ geführt werde.  
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04. Oktober

Kommentar der „Aktuellen Kamera“ über die neuerliche Entscheidung der DDR-Regierung, Flüchtlinge, die sich in der BRD-Botschaft in Prag befinden, mit Sonderzügen ausreisen zu lassen. Götz Förster polemisiert gegen die Aufnahme von Flüchtlingen in BRD-Botschaften: "Bonn bricht das Völkerrecht"
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Die DDR Fernsehjournalisten Susanne Köpcke, Janos Gyarmati und Julia Kuhnert beobachten zufällig die Ereignisse am Dresdener Hauptbahnhof in der Nacht vom 4. zum 5. Oktober, wo es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Ausreisewilligen sowie Demonstranten und den DDR-Sicherheitskräften kommt. Sie nehmen die Berichterstattung auf. Am nächsten Tag in Berlin wird das Material für die Verwendung gesperrt. Erst in der „Klartext“-Reportage „Nanu, Herr Bergatschow“ am 12. Februar 1990 werden Ausschnitte des Materials gesendet.
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"Klartext" vom 12.02.1990, Dresdner Hauptbahnhof 4./5. Oktober 1989
"Klartext" vom 12.02.1990, Dresdner Hauptbahnhof 4./5. Oktober 1989

05. Oktober

Fernsehdiskussion „Der deutsche Friedensstaat“ zum 40. Jahrestag der DDR mit Otto Reinhold, Erich Hahn, Karl-Eduard von Schnitzler und Max Schmidt. Über die Medien hatte man im Vorfeld der Sendung angekündigt, dass Zuschauer telefonisch Fragen zur Politik an die Gäste stellen dürften. Die Gesprächsrunde sollte der Startschuss für eine Diskussion über die Situation im Lande sein. Kurz vor der Sendung lässt Erich Honecker anordnen, dass alle kritischen Fragen zu unterbleiben hätten. Die Sendung gerät zur Farce. Zur Premiere der Sendereihe das „Donnerstag-Gespräch“ am 19. Oktober 1989 findet die Gesprächsrunde in fast gleicher Besetzung noch einmal statt.
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"Der deutsche Friedensstaat" vom 05.10.1989
"Der deutsche Friedensstaat" vom 05.10.1989

08. Oktober

Der Allgemeine Deutsche Nachrichtendienst (ADN) vermeldet zu den Demonstrationen am Jahrestag der DDR-Gründung am 7. Oktober in Berlin, dass „Randalierer“ versucht hätten, die Volksfeste zum 40. Jahrestag zu stören.
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09. Oktober

Erster Bericht der „Aktuellen Kamera“ über die Demonstrationen im Land. Kommentator Olaf Dietze bezeichnet die Demonstranten als „Randalierer“.
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Kurt Masur verliest den „Appell der Sechs“ über den Sender Leipzig, der von ihm, von Peter Zimmermann, Bernd-Lutz Lange, Jochen Pommert, Roland Wötzel und Kurt Meyer verfasst ist. Die Teilnehmer der Montagsdemonstrationen und die Sicherheitskräfte werden darin zur Besonnenheit aufgerufen.
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11. Oktober

Das Präsidium des Schriftstellerverbandes der DDR verabschiedet eine Resolution, in der es Reformen fordert und bekundet: „Die Ignoranz der Medien ist unerträglich.“
Alle Sender des Rundfunks der DDR bringen im Abendprogramm den Wortlaut der Erklärung des Politbüros des ZK der SED, in der die Probleme im Land zum ersten Mal offiziell benannt werden.  

13. Oktober

Die letzte Folge der Reihe „Wettlauf mit der Zeit“ wird im Fernsehen der DDR gesendet.
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16. Oktober

Der Radiosender DT 64 ruft seine Hörer zu allen Formen der Meinungsäußerung zu den Tagesereignissen auf und berichtet in seiner Nachmittagssendung „direkt“ als einziger zentraler Sender in einem Live-Bericht über das Friedensgebet in der Leipziger Nikolaikirche.
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Beim Sender Leipzig kommt es erstmals zu einer Live-Berichterstattung von den Montagsdemonstrationen.
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17. Oktober

Interview der „Aktuellen Kamera“ mit Generalstaatsanwalt Günter Wendland zu den Behauptungen, dass Bürger wegen der Teilnahme an Demonstrationen von der Polizei misshandelt worden seien.
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"Aktuelle Kamera" vom 17.10.1989, Günter Wendland im Interview
"Aktuelle Kamera" vom 17.10.1989, Günter Wendland im Interview

18. Oktober

Rücktritt von Erich Honecker, Günter Mittag und Joachim Herrmann, dem ZK-Sekretär für Agitation und Propaganda.
Der neue SED-Generalsekretär Egon Krenz wendet sich über das Fernsehen mit einem Kommuniqué an die Bürger der DDR. Er spricht auch eine offenere Berichterstattung der Journalisten im Land an.
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19. Oktober

Erste Sendung vom „Donnerstag-Gespräch“ mit einer Gesprächsrunde mit Otto Reinhold, Erich Hahn, Karl-Eduard von Schnitzler und Max Schmidt. Zuschauer können den Gästen telefonisch Fragen stellen. Die Sendung hatte in ähnlicher Besetzung bereits am 5. Oktober stattgefunden, bei dieser durften die Teilnehmer allerdings keine kritischen Fragen beantworten.
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Die Funktion des Sekretärs für Agitation in der SED-Führung wird mit dem Rücktritt Joachim Herrmanns abgeschafft. Die Agitationskommission und die Abteilung Agitation beim ZK der SED werden aufgelöst. Die zentrale „Anleitung“ der Massenmedien findet damit ihr Ende.
Der Verband der Journalisten der DDR (VDJ) fordert eine Wende in der Medienpolitik.
Der Verband der Film- und Fernsehschaffenden (VFF) fordert „ein vom Volk akzeptiertes Fernsehen“.
Radio DDR 1 sendet in Abänderung des Programms die erste Folge der Live-Diskussionsrunde „Debatte“ mit dem Thema: „Welche Chancen gibt es für einen Neubeginn?“

23. Oktober

Die letzte Folge des militärpolitischen Magazins „Radar“ wird im Fernsehen der DDR gesendet.
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"Radar" vom 23.10.1989
"Radar" vom 23.10.1989

24. Oktober

Fernsehen und Rundfunk der DDR übertragen erstmals ganztägig aus der Volkskammer.
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30. Oktober

Nach fast 30 Jahren wird die Propagandasendung „Der schwarze Kanal“ von und mit Karl-Eduard von Schnitzler aus dem Programm genommen. Die 1519. Folge dauert keine fünf Minuten.
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Aktentasche von Karl-Eduard von Schnitzler
Aktentasche von Karl-Eduard von Schnitzler
Die neue Nachrichtensendung „AK zwo“ startet im zweiten Programm des DDR-Fernsehens.
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31. Oktober

Alle DDR-Radiosender strahlen die Verlesung einer Erklärung der Parteiaktivtagung des Rundfunks der DDR aus, in der die Rundfunkjournalisten eine „einseitige, geschönte Berichterstattung“ zugeben und sich dazu bekennen, „dass wir in der Vergangenheit der hohen Verantwortung nicht gerecht geworden sind“.
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02. November

Das Fernsehmagazin „Objektiv“ berichtet über die Flucht von DDR-Bürgern über Ungarn.
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"Objektiv" vom 02.11.1989, Grenzübergangsstelle Hegyeshalon (Ungarn)
"Objektiv" vom 02.11.1989, Grenzübergangsstelle Hegyeshalon (Ungarn)
Bei Radio DDR I wird die Sendereihe „Das Wirtschaftsmagazin“ eingestellt, bei Radio DDR II die Sendung „Das Wort auf der Waage“, die seit 1979 bestand und sich mit den West-Medien auseinandersetzte.

03. November

Das „Neue Deutschland“ entschuldigt sich bei seinen Lesern für den Abdruck eines Interviews mit dem Mitropa-Koch H. Ferworn am 21. September 1989, der behauptet hatte, von „Menschenhändlern“ nach Wien entführt worden zu sein. Am 4. Januar 1990 wird dem Thema im Fernsehen der DDR eine Reportage mit dem Titel „Die Menthol-Zigaretten-Story. Eine Geschichte aus der alten DDR“ gewidmet.
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Wolfgang Lippe verliest in der „AK zwo“ eine Erklärung der SED-Kreisleitung, in der sich das Fernsehen der DDR für die Berichterstattung der Vergangenheit entschuldigt.
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04. November

Das Fernsehen der DDR, Radio DDR 1 und der Berliner Rundfunk übertragen die größte Demonstration im Herbst 1989 live vom Alexanderplatz. Bei der Kundgebung der Kulturschaffenden sprechen unter anderem Stefan Heym, Christoph Hein, Christa Wolf, Markus Wolf und Günter Schabowski.
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Demonstration der Künstler und Kulturschaffenden in Berlin am 04.11.1989
Demonstration der Künstler und Kulturschaffenden in Berlin am 04.11.1989
Auf „Stimme der DDR“ startet das „Öko-Magazin“.

05. November

Die Reportage zur Ausreiseproblematik „Warum wollt ihr weg?“ läuft im Fernsehen der DDR.
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06. November

Erste Sendung der Fernsehmagazin- und Reportagereihe „Klartext“ mit dem Thema „Ist Leipzig noch zu retten?“ über den Verfall der Altbausubstanz der Stadt. Zum ersten Mal wird dieses Thema im Fernsehen der DDR offen angesprochen.
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"Klartext" vom 06.11.1989, Verfallener Altbau in Leipzig
"Klartext" vom 06.11.1989, Verfallener Altbau in Leipzig

07. November

Der Schriftsteller Stefan Heym tritt zum ersten Mal wieder im Fernsehen der DDR auf. Er liest „Märchen für kluge Kinder“.
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08. November

Der neue SED-Generalsekretär Egon Krenz kritisiert die bisherige Medienpolitik.
Die Schriftstellerin Christa Wolf fordert in einem Fernsehappell die ausreisewilligen DDR-Bürger zum Bleiben auf.
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Im Frühprogramm der Stimme der DDR wird letztmalig die Kommentarreihe „Einblicke“ ausgestrahlt, die die West-Medien kommentierte. Stattdessen kommt eine „Presseschau“ neu ins Programm.

09. November

Direktübertragung der Pressekonferenz mit Günter Schabowski zum Verlauf und den Beschlüssen der 10. Tagung des Zentralkomitees der SED: "... haben wir uns entschlossen, heute eine Regelung zu treffen, die es jedem Bürger der DDR möglich macht über Grenzübergangspunkte der DDR auszureisen.“
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"Aktuelle Kamera" vom 09.11.1989, Günter Schabowski
"Aktuelle Kamera" vom 09.11.1989, Günter Schabowski
Eine Aufzeichnung der „AK zwo“ wird täglich über 3sat ausgestrahlt.

10. November

Rundfunk und Fernsehen der DDR berichten über die offenen Grenzübergänge.
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"Aktuelle Kamera" vom 10.11.1989, Hartmut Bartz am Brandenburger Tor
"Aktuelle Kamera" vom 10.11.1989, Hartmut Bartz am Brandenburger Tor

12. November

Das Fernsehen der DDR sendet die Lesung des Schauspielers Ulrich Mühe im Deutschen Theater in Ostberlin aus dem autobiografischen Bericht von Walter Janka „Schwierigkeiten mit der Wahrheit“. Das Buch erschien vor den Ereignissen des Herbstes 1989 in der Bundesrepublik, durfte in der DDR jedoch nicht verlegt werden.
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13. November

Auf der 11. Tagung der 9. Volkskammer der DDR, die vom Fernsehen direkt übertragen wird, treten Volkskammerpräsident Horst Sindermann und alle Präsidiumsmitglieder zurück. Die Volkskammer wählt Günther Maleuda zum neuen Präsidenten der Volkskammer. Zudem treten alle Mitglieder des Ministerrats zurück und Hans Modrow wird zum neuen Vorsitzenden des Ministerrates der DDR gewählt. Willi Stoph, Ernst Höfner, Gerhard Schürer und Erich Mielke beantworten auf der Tagung Fragen der Abgeordneten und versuchen sich zu rechtfertigen. Erich Mielke spricht die oft zitierten Worte: „Ich liebe, ich liebe doch alle, alle Menschen. Na ich liebe doch, ich setze mich doch dafür ein!"
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16. November

In Stimme der DDR wird die erste Sendung der wöchentlichen Radio-Gesprächsrunde „Klartext“ gesendet.

17. November

Direktübertragung von der zweitätigen 12. Tagung der 9. Volkskammer der DDR mit der Wahl des Ministerrats der DDR und der Regierungserklärung von Ministerpräsident Hans Modrow.
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20. November

DT 64 und SFB II strahlen ihre Frühsendungen Morgenrock und Morgenecho gemeinsam aus dem Funkhaus Nalepastraße in Ostberlin aus.

21. November

Erste Sendung des Umweltmagazins „Ozon“ im Fernsehen der DDR.
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"Ozon. Das Umweltmagazin" vom 21.11.1989
"Ozon. Das Umweltmagazin" vom 21.11.1989
Die SED-Kreisleitung im Fernsehen der DDR erklärt geschlossen ihren Rücktritt. Auch Heinz Adameck, Vorsitzender des Staatlichen Komitees für Fernsehen, verabschiedet sich aus dieser Funktion.

23. November

Die Sendung „Prisma“ im DDR-Fernsehen erzielt mit 32,1 Prozent ihre höchste gemessene Einschaltquote seit ihrem Bestehen. Thema der Folge waren unter anderem die Privilegien des früheren Ersten Sekretärs der SED-Bezirksleitung Erfurt, Gerhard Müller, zu denen die Nutzung eines Jagdschlosses im Thüringer Wald gehörte.
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Stimme der DDR und Deutschlandfunk schalten sich um 6.45 Uhr zusammen und gestalten für einige Minuten erstmals ein gemeinsames Frühprogramm.
Das Jugendmagazin „Elf 99“ sendet eine Reportage aus der Regierungssiedlung Wandlitz, nachdem der erste Versuch in der Siedlung zu filmen am 21. November 1989 vor laufender Kamera gescheitert war.
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28. November

Kooperationsvereinbarungen zwischen dem Sender Rostock und dem NDR, dem Sender Leipzig und dem NDR-Landesstudio Hannover und zwischen dem Sender Weimar und dem Hessischen Rundfunk kommen zustande.
Der Sender DT 64 und das Jugendmagazin „Elf 99“ schalten sich für ein Interview mit dem Sänger Udo Lindenberg im Jugendradio zusammen. Lindenberg ist das erste Mal nach sechs Jahren wieder in der DDR.
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30. November

Der Ministerrat der DDR beschließt auf Weisung Modrows die Auflösung der Staatlichen Komitees für Rundfunk und Fernsehen.
Hans Modrow beruft Hans Bentzien und Manfred Klein zum 1. Dezember als neue Generalintendanten für Fernsehen und Rundfunk.

01. Dezember

Hans Bentzien und Manfred Klein werden neue Generalintendanten für Fernsehen und Rundfunk.
Die Träger von 3sat laden das Fernsehen der DDR ein, sich an dem Kulturkanal zu beteiligen.
Das erste Konzert von Wolf Biermann in der DDR, dreizehn Jahre nach seiner Ausbürgerung, wird im Fernsehen der DDR gesendet.
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02. Dezember

Bei Radio DDR 1 startet die Diskussionsrunde „Für und Wider – Politik am Runden Tisch“.
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03. Dezember

Der Fernsehfilm „Geschlossene Gesellschaft“, der nur einmal, am 29. November 1978, im Fernsehen der DDR ausgestrahlt werden durfte, wird gesendet.
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„Geschlossene Gesellschaft“ (1978) von Frank Beyer
„Geschlossene Gesellschaft“ (1978) von Frank Beyer

06. Dezember

Die Fernsehreihe „Modekiste“ wird zum letzten Mal im Fernsehen der DDR ausgestrahlt.
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Sendung eines Treffens des „Elf 99“-Teams mit Vertretern der Soldaten des Wachregiments Felix Dzierzynski, deren Kasernen nur wenige Meter neben dem Gelände des Deutschen Fernsehfunks liegen. Die Soldaten erklären, „missbraucht“ und „betrogen“ worden zu sein und bekennen sich zu den revolutionären Veränderungen im Land.
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07. Dezember

„Elf 99“ sendet die Reportage "’Sesam öffne dich’ - Mitarbeiter für nationale Sicherheit sagen aus“ aus dem ehemaligen Ministerium für Staatssicherheit (MfS) an der Normannenstraße.
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Radio DDR ändert sein Pogramm und berichtet teilweise live von der ersten Tagung des Zentralen Runden Tisches in Berlin. Das Fernsehen überträgt erst die folgenden Tagungen.
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08. Dezember

Rundfunk und Fernsehen der DDR berichten letztmals vollständig vom Parteitag der SED. Auf dem außerordentlichen Parteitag in Berlin am 8. und 9. Dezember wird eine Parteiauflösung abgelehnt. Gregor Gysi wird neuer Vorsitzender der SED.
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09. Dezember

Die Ursendung des im April 1989 produzierten Hörspiels „Kahlköpfe“ von Andreas Golle, das nicht ausgestrahlt werden durfte, findet im Rundfunk der DDR statt.
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11. Dezember

In der DDR-Programmzeitschrift „FF dabei“ erscheinen erstmals auch die westdeutschen Programme.

12. Dezember

Eine Arbeitsgruppe Fernsehversorgung wird eingesetzt, die Lösungsvorschläge für einen erweiterten Empfang von Ost- und West-Fernsehen ausarbeiten soll.

18. Dezember

Die erste Folge der Wahl-Sendereihe „Mit dem Gesicht zum Volke“ wird im Fernsehen der DDR ausgestrahlt.
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"Mit dem Gesicht zum Volke" vom 18.12.1989
"Mit dem Gesicht zum Volke" vom 18.12.1989

20. Dezember

Der Ministerrat der DDR fasst den „Beschluss über das Fernsehen der DDR und den Rundfunk der DDR vom 21. Dezember 1989“ als Rechtsnachfolge der beiden Staatlichen Komitees für Fernsehen und Rundfunk.  
Der Berliner Rundfunk sendet das 1976 produzierte aber nicht gesendete Hörspiel „Der Aufstieg auf den Fudschijama“.
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21. Dezember

Das Pioniermagazin „mobil“ wird zum letzen Mal im Fernsehen der DDR ausgestrahlt.
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Das Studio von "Mobil" mit dem Moderator Andreas Brückner, Foto: DRA/Sandau
Das Studio von "Mobil" mit dem Moderator Andreas Brückner, Foto: DRA/Sandau
Das bisherige Staatliche Komitee für Rundfunk trägt ab sofort den Namen „Rundfunk der DDR“ und das Staatliche Komitee für Fernsehen nennt sich „Fernsehen der DDR“.

22. Dezember

Das Fernsehen sendet eine Direktübertragung von der Öffnung des Brandenburger Tors.
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31. Dezember

Mit dem „Scharfen Kanal“ sendet das Fernsehen der DDR wieder politisches Kabarett.
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"Der scharfe Kanal" vom 31.12.1989
"Der scharfe Kanal" vom 31.12.1989
Die Direktübertragung von „Elf 99“ von der Silvesterfeier am Brandenburger Tor wird von Ausschreitungen und einem schweren Unfall überschattet. 135 Menschen werden verletzt, als eine Videoleinwand des DDR-Fernsehens zusammenbricht, die Feiernde zum Aufstieg auf das Brandenburger Tor benutzt hatten. Ein Mensch stirbt bei dem Unglück. Bei der Neujahrsparty wird die Quadriga des Brandenburger Tors stark beschädigt.
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04. Januar

Die erste Folge der Magazinsendung für Schüler „BAFF“ wird im Fernsehen der DDR ausgestrahlt.
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04. Januar

Das Fernsehen der DDR sendet die Reportage „Die Menthol-Zigaretten-Story. Eine Geschichte aus der alten DDR“. Aufhänger des Dokumentarberichtes ist eine Geschichte aus der Zeitung „Neues Deutschland“ (ND). Am 19. September 1989 hatte die Zeitung eine Dokumentation gedruckt, die den stabsmäßig organisierten Menschenhandel durch die Bundesrepublik Deutschland aufdecken sollte. Unter der Überschrift „Ich habe erlebt, wie BRD-Bürger ‘gemacht’ werden“ druckte das ND zwei Tage später, am 21. September, ein ausführliches Interview mit Hartmut Ferworn, einem Koch im Mitropa-Fahrbetrieb, der detailreich seine Entführung von Budapest nach Wien beschrieb und behauptete, er sei mit einer Menthol-Zigarette betäubt worden.
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"Die Menthol-Zigaretten-Story" vom 04.01.1990
"Die Menthol-Zigaretten-Story" vom 04.01.1990

05. Januar

Das „Neue Deutschland“ entschuldigt sich nach der tags zuvor gesendeten Fernsehreportage „Die Menthol-Zigaretten-Story. Eine Geschichte aus der alten DDR“ für das am 21. September. 1989 abgedruckte Interview und die „verordnete Kampagne“.
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05. Januar

In einer öffentlichen Sitzung des Obersten Gerichts der DDR am 4. und 5. Januar 1990 werden die Urteile gegen Walter Janka, Gustav Just, Richard Wolf und Heinz Zöger von 1957 aufgehoben. In einer Bürgerrunde und in einem Interview im Fernsehen der DDR am 6. und 7. Januar nimmt Janka Stellung.
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07. Januar

Die erste Ausgabe der Gesprächssendung „Denken über Deutschland“ wird im Fernsehen der DDR gesendet.
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08. Januar

Das Fernsehen der DDR überträgt zum ersten Mal live die Sitzung des Zentralen Runden Tisches.
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11. Januar

Auf der 14. Tagung der 9. Volkskammer der DDR gibt Hans Modrow seine Regierungserklärung ab.
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15. Januar

Die Nachrichtensendung „AK zwo“ berichtet über die Stürmung der Zentrale des ehemaligen Staatssicherheitsdienstes in der Normannenstraße.
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"Aktuelle Kamera" vom 15.01.1990, Stürmung der Stasi-Zentrale
"Aktuelle Kamera" vom 15.01.1990, Stürmung der Stasi-Zentrale

22. Januar

Die Sendereihe „Klartext“ strahlt eine Folge „In eigener Sache“ aus. Die „Klartext“-Redakteure, die vor dem Mauerfall für die Sendung „Wettlauf mit der Zeit“ gearbeitet hatten, erzählen wie quasi über Nacht Reportagen für „Klartext“ möglich wurden und berichteten von den Zwängen, denen Journalisten in der DDR unterlagen.
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29. Januar

Die Sendereihe „Klartext“ erzielt mit einer Reportage über Gästehäuser von Ministerien, Gewerkschaft und Staatssicherheit am Zeuthener See die höchste Sehbeteiligung im ersten Quartal 1990.
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05. Februar

Die Volkskammer der DDR beschließt auf ihrer 16. Tagung die uneingeschränkte Meinungs-, Informations- und Medienfreiheit.
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12. Februar

Der Hörfunksender „Stimme der DDR“ erhält wieder seinen alten Namen Deutschlandsender.
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13. Februar

Die Reihe „Zur Person“ von Günter Gaus findet ihren neuen Sendeplatz im Fernsehen der DDR. In der ersten Ausgabe im DDR-Fernsehen spricht Günter Gaus mit dem Theologen und DDR-Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer.
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"Zur Person" vom 13.02.1990, Günter Gaus
"Zur Person" vom 13.02.1990, Günter Gaus

13. Februar

Der Medienkontrollrat, der die Kontrolle über Hörfunk und Fernsehen der DDR und über die Nachrichtenagentur ADN übernimmt, konstituiert sich in Berlin.
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14. Februar

Die letzte Folge des Freizeitmagazins „Tippeltips“ wird im Fernsehen der DDR ausgestrahlt.
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22. Februar

Das außenpolitische Magazin „Objektiv“ läuft mit seiner 584. Folge zum letzten Mal im DDR-Fernsehen. Die Reihe war seit 1965 im Programm.
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12. März

Das Fernsehen der DDR benennt sich in Deutscher Fernsehfunk (DFF) um.
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Die Nachrichtensendung „Aktuelle Kamera“ erhält einen neuen Titel. Die Hauptausgabe um 19.30 Uhr wird erstmals als „AK am Abend“ ausgestrahlt.
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14. März

Als Nachfolger des Freizeitmagazins „Tippeltips“ startet das Reisemagazin „Auf Tour“ im Deutschen Fernsehfunk (DFF).
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18. März

Der Deutsche Fernsehfunk (DFF) berichtet acht Stunden lang aus dem Wahlstudio von den ersten und einzigen freien Volkskammerwahlen in der DDR.
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"Wahl 90" vom 18.03.1990, Renate Krawielicki
"Wahl 90" vom 18.03.1990, Renate Krawielicki

19. März

Die Reiseratgebersendung „AZUR“ feiert im Deutschen Fernsehfunk (DFF) Premiere. Außer Filmen zu heimischen und internationalen Reisezielen präsentierten die Moderatoren Maybrit Illner und Horst Mempel auch Tipps für den unerfahrenen DDR-Weltenbummler.
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"Azur" vom 19.03.1990, Maybrit Illner und Horst Mempel bei der ersten Sendung
"Azur" vom 19.03.1990, Maybrit Illner und Horst Mempel bei der ersten Sendung

21. März

Die erste Folge der Sportsendung „Speed - Die internationale Sportillustrierte“ wird im Deutschen Fernsehfunk (DFF) ausgestrahlt.
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24. März

Die erste Folge der Talk-Show„Sport-Party” wird im Deutschen Fernsehfunk (DFF) gesendet.
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25. März

Die erste Sendung des Regionalmagazins „Länder life“ wird im Deutschen Fernsehfunk (DFF) ausgestrahlt.
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26. März

Im Deutschen Fernsehfunk (DFF) wird die erste Folge des Wahlmagazins „Controvers“ gesendet.
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27. März

Das Kulturmagazin „Kontur“ wird als Nachfolger der Reihe „Kulturmagazin“, die seit 1973 im Programm war, erstmals im Deutschen Fernsehfunk (DFF) ausgestrahlt.
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"Kontur" vom 27.03.1990, Carla Kalkbrenner
"Kontur" vom 27.03.1990, Carla Kalkbrenner

30. März

In der Sendung von Klartext „Mikroelektronik - der große Bluff?“ wird die Geschichte der Mikroelektronik in der DDR erzählt. Das DDR-Fernsehen übt Selbstkritik wegen seiner propagandistischen Berichterstattung zur Übergabe des ersten 1-Megabit-Computerships der DDR an Erich Honecker im September 1988.
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01. April

Michael Albrecht wird Intendant des DFF.

02. April

Die Kirchenredaktion des DFF unter der Leitung von Volker von der Heydt wird gegründet.

05. April

Der Deutsche Fernsehfunk (DFF) beteiligt sich am Satellitenprogramm 3sat.

05. April

Die erste Folge der Musiksendung „Contakte. Lieder, Macher und Co“ wird im Deutschen Fernsehfunk (DFF) ausgestrahlt.
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05. April

Direktübertragung von der konstituierenden Sitzung der 10. Volkskammer, auf der Sabine Bergmann-Pohl zur Präsidentin der Volkskammer gewählt wird.
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08. April

Mit der Moderatorin Bärbel Romanowski startet das von ihr konzipierte Frauenmagazin „ungeschminkt“ im Deutschen Fernsehfunk (DFF).
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"ungeschminkt" vom 08.04.1990, Bärbel Romanowski
"ungeschminkt" vom 08.04.1990, Bärbel Romanowski

09. April

Die erste Folge des politischen Magazins „Weltzeit“ wird im Deutschen Fernsehfunk (DFF) ausgestrahlt.

10. April

Die Koproduktion des Deutschen Fernsehfunks (DFF) mit RTL Plus „Meine Leute – deine Leute. Unterhaltung von hüben und drüben“ wird ausgestrahlt. In der Sendung werden Künstler im Gespräch und durch Bühnenauftritte vorgestellt.
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"Meine Leute - Deine Leute" vom 10.04.1990, Vorspann
"Meine Leute - Deine Leute" vom 10.04.1990, Vorspann

11. April

Der Fernsehfilm "Ursula" nach einer Novelle von Gottfried Keller ist zum zweiten Mal im Deutschen Fernsehfunk (DFF) zu sehen. Nach der Fernsehpremiere 1978 wurde er in der DDR wegen des Vorwurfs der „Geschichtsfälschung“ verboten.
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"Ursula" (1978), Susanne Stoll
"Ursula" (1978), Susanne Stoll

17. April

Die Ausstrahlung von kommerzieller Fernsehwerbung in den beiden Programmen des Deutschen Fernsehfunks (DFF) beginnt.

24. April

Die erste Folge der Gesprächssendereihe „Disput“ wird im Deutschen Fernsehfunk (DFF) ausgestrahlt.
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24. April

Das Kulturmagazin „Kaos“ wird erstmals im Deutschen Fernsehfunk (DFF) gesendet.
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26. April

Der Fernsehfilm „Monolog für einen Taxifahrer“ von Günter Kunert und Günther Stahnke wird erstmals im Deutschen Fernsehfunk (DFF) gezeigt. Vor der geplanten Erstsendung am 23. Dezember 1962 war er verboten worden.
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"Monolog für einen Taxifahrer", Fred Düren
"Monolog für einen Taxifahrer", Fred Düren

26. April

In der Sendung „Treff für O.F.“ am 26. April und am 10. Mai 1990 wird dem in der DDR bekannten Conférencier O.F. Weidling gedacht, der nach der Moderation der Eröffnungsgala des Friedrichstadtpalastes am 27. April 1984 Auftrittsverbot in den DDR-Medien erhielt. Weidling starb 1985.  
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28. April

Die Gesprächssendung „livezeit“ wird erstmals im Deutschen Fernsehfunk (DFF) ausgestrahlt.
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30. April

Die Satiresendung „Mohrdieck’s Marmelade“ kommt ins Programm des Deutschen Fernsehfunks (DFF).
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Die erste Folge des Modemagazins „Trend“ wird im Deutschen Fernsehfunk (DFF) ausgestrahlt. Vorläufer der Reihe war die Sendung „Modekiste“, die am 6. Dezember 1989 letztmals im DDR-Fernsehen zu sehen war.

13. Mai

Der Fernsehfilm "Risiko", der zunächst für die Reihe "Der Staatsanwalt hat das Wort" vorgesehen war, ist zum ersten Mal im Deutschen Fernsehfunk (DFF) zu sehen. Der Film war 1979 produziert, aber wegen eines Zensureingriffs nicht gesendet worden.
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"Der Staatsanwalt hat das Wort: Risiko" (1979), Horst Drinda und Marina Krogull
"Der Staatsanwalt hat das Wort: Risiko" (1979), Horst Drinda und Marina Krogull

15. Juni

Mit der kommissarischen Leitung des DDR-Rundfunks wird Manfred Klein, mit der des Fernsehens Michael Albrecht betraut.

16. Juni

Sendebeginn des neuen Kulturkanals „DS Kultur“ als Fusion aus Radio DDR II und dem Deutschlandsender. Radio DDR II stellt sein Programm damit nach 25 Jahren ein.
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21. Juni

Der kommissarische Rundfunk-Intendant Michael Klein kündigt an, dass 1.400 Hörfunkmitarbeiter entlassen werden müssen.

28. Juni

Auf einer Großdemonstration auf dem Alexanderplatz protestieren Angestellte der DDR-Medien gegen den Arbeitsplatzabbau bei Hörfunk, Fernsehen und Printmedien und fordern den Erhalt des Rundfunks und Fernsehens der DDR.
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"AK am Abend" vom 28.06.1990, Demonstration in Berlin
"AK am Abend" vom 28.06.1990, Demonstration in Berlin

01. Juli

Der Deutsche Fernsehfunk (DFF) beschließt mit sofortiger Wirkung die Bildung von fünf Landessendern mit Sitz in Potsdam, Rostock, Dresden, Halle und Gera.  

01. Juli

Der Deutsche Fernsehfunk (DFF) widmet zahlreiche Sendungen dem Inkrafttreten der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion mit der die Deutsche Mark das offizielle Zahlungsmittel in der DDR wird. Das Magazin „controvers“ sendet in der Folge „Ab heute gilt die D-Mark“ ein Interview mit Ministerpräsident Lothar de Maizière.
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"controvers" vom 01.07.1990
"controvers" vom 01.07.1990

08. Juli

Die erste Folge des Wirtschaftsmagazins „Marktwirtschaft konkret“ widmet sich dem Thema „Wie mach ich mich selbstständig“.
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"Marktwirtschaft konkret" vom 08.07.1990, Siegwart Kluge und Till Necker
"Marktwirtschaft konkret" vom 08.07.1990, Siegwart Kluge und Till Necker

12. Juli

Die erste Sendung des „Kirchenjournals“ mit Berichten aus dem kirchlichen Leben wird im Deutschen Fernsehfunk (DFF) ausgestrahlt.
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16. Juli

In der ersten AHA-Kundendienst-Sendung mit der Stiftung Warentest werden den Verbrauchern unter dem Titel „Es ist nicht alles Gold, was glänzt“ Einkaufshilfen gegeben.
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01. August

Der Hörfunksender Radio DDR 1 wird in „Radio Aktuell“ umbenannt.

07. August

Der kommissarische Generalintendant des DDR-Rundfunks ordnet für sämtliche journalistischen und technischen Mitarbeiter des Funkhauses Nalepastraße in Berlin Kurzarbeit ab 1. September 1990 an. Am 31. August 1990 wird die Einführung bis auf weiteres verschoben.

13. August

Die fünf neu gebildeten Landessender beginnen im Rahmen des DFF-Programms mit der Ausstrahlung von Regionalprogrammen.

21. August

Der kommissarisch eingesetzte Generalintendant Michael Klein tritt zurück und Christoph Singelnstein übernimmt die Amtsgeschäfte.

23. August

In der Direktübertragung von der 30. Tagung der 10. Volkskammer, einer Sondersitzung, wird in der Nacht zum 23. August der Beitritt der DDR zur BRD nach Artikel 23 des Grundgesetztes mit Wirkung vom 3. Oktober 1990 beschlossen.
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Volkskammertagung vom 23.08.1990, Sabine Bergmann-Pohl
Volkskammertagung vom 23.08.1990, Sabine Bergmann-Pohl

31. August

Innenminister Wolfgang Schäuble und DDR-Staatssekretär Günther Krause unterzeichnen in Berlin den Einigungsvertrag. In Artikel 36 ist festgeschrieben: „Der ‚Rundfunk der DDR’ und der ‚Deutsche Fernsehfunk’ werden (…) bis spätestens 31. Dezember 1991 weitergeführt, soweit sie Aufgaben wahrnehmen, für die die Zuständigkeit der Länder gegeben ist“.
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Unterzeichnung des Einigungsvertrags am 31.08.1990
Unterzeichnung des Einigungsvertrags am 31.08.1990

07. September

Am Nachmittag erfahren die Mitarbeiter des Jugendsenders DT 64 von der bevorstehenden Abschaltung ihrer Sendefrequenzen. Zwölf der 18 DT-64-Frequenzen werden ab 20 Uhr gekappt und am Folgetag sendet auf ihnen RIAS Berlin. Nach Protesten der Journalisten und einer Sitzblockade von Jugendlichen vor dem Gebäude des Ministerrates kann DT 64 am 8. September wieder auf allen Frequenzen senden.
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13. September

Die DDR Volkskammer verabschiedet das „Rundfunküberleitungsgesetz“. Damit werden Fernsehen und Hörfunk der DDR in die künftige Gesetzgebungszuständigkeit der Länder übergeleitet.

20. September

Direktübertragung von der 36. Tagung der 10. Volkskammer, bei der die Abgeordneten mehrheitlich dem Einigungsvertrag zustimmen.
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23. September

Erstsendung des Spielfilms „Heimsuchung“, der als erster Film aus Adlershof den Wende-Herbst 1989 und die persönlichen Umbrüche der DDR-Bürger thematisiert.
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"Heimsuchung" vom 23.09.1990, Renate Geißler
"Heimsuchung" vom 23.09.1990, Renate Geißler

28. September

Eine Direktübertragung von der 37. Tagung der Volkskammer der DDR mit dem Abschlussbericht des Prüfungsausschusses zur früheren Mitarbeit von Abgeordneten der Volkskammer für das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) bzw. für das Amt für Nationale Sicherheit (AfNS) wird im Deutschen Fernsehfunk (DFF) gesendet.
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02. Oktober

Über die Frequenzen von DDR Radio Berlin International wird ab Mitternacht das Programm der Deutschen Welle ausgestrahlt. Der Auslandssender der DDR stellt nach 35 Jahren seine Sendetätigkeit ein.
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02. Oktober

Eine Direktübertragung von der 38. und letzten Tagung der Volkskammer der DDR wird im Deutschen Fernsehfunk (DFF) ausgestrahlt.
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38. und letzte Tagung der 10. Volkskammer vom 02.10.1990
38. und letzte Tagung der 10. Volkskammer vom 02.10.1990
Der Deutsche Fernsehfunk (DFF) sendet verschiedene Sendungen zum Vorabend der Deutschen Einheit.
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"AK am Abend" vom 02.10.1990, Brandenburger Tor
"AK am Abend" vom 02.10.1990, Brandenburger Tor

03. Oktober

Das Programm des Deutschen Fernsehfunk (DFF) steht ganz im Zeichen der Feierlichkeiten zur Wiedervereinigung.
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Chronik des DDR-Sports

15. November

Das Zentrale Doping-Kontroll-Labor des Sportmedizinischen Dienstes der DDR in Kreischa ist Mittelpunkt einer Pressekonferenz. Die anwesenden Journalisten werden über die derzeitige Doping Situation vom stellvertretenden Direktor des Sportmedizinischen Dienstes, Manfred Höppner, der Leitung des Zentralinstituts, Rolf Donath, der Laborleitung und einigen Mitgliedern der Subkommission Antidoping (IOC) informiert.
Durch eine 3:0 Niederlage im WM-Qualifikationsspiel gegen Österreich in Wien verpasst die DDR-Mannschaft die Teilnahme an der WM-Endrunde 1990 in Italien.
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25. November

Beim Handball-Supercup trifft die DDR im zweiten Halbfinale auf Jugoslawien. Das Spiel wird in Dortmund ausgetragen. Erstmals präsentiert sich die DDR-Mannschaft mit Trikotwerbung der Kaufhauskette „Kaufhof“.  
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30. November

Auf der zweitägigen Klausursitzung des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB) wird vom Bundesvorstand das neue Präsidium vorgestellt. Als DTSB Präsident wird Klaus Eichler bestätigt. Die Tagung findet in der Sportschule Kienbaum statt.
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"Aktuelle Kamera" vom 30.11.1989, Pressekonferenz des DTSB, Klaus Eichler
"Aktuelle Kamera" vom 30.11.1989, Pressekonferenz des DTSB, Klaus Eichler

01. Dezember

Erstmals muss ein Fußballspiel wegen Smog abgesagt werden. Das Spiel sollte zwischen Lok Leipzig und Dynamo Dresden ausgetragen werden. Die Smog-Einsatzstufe zwei lässt keine Veranstaltungen im Freien zu.
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12. Dezember

In Kienbaum wird das bestehende Präsidium mit dem Sekretariat des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB) und der Präsident Klaus Eichler abgewählt. Die Arbeit des DDR-Sportverbandes übernimmt, bis zu einem Sondersporttag Anfang 1990, ein aus dem DTSB rekrutierter Arbeitsausschuss.
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16. Dezember

Bei einer Pressekonferenz im Haus des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB) wird der Wechsel von Andreas Thom (Fußballer) zum Bundesligisten Bayer Leverkusen verkündet. Andreas Thom unterschreibt einen Vertrag für 2 ½ Jahre und ist damit der erste DDR-Fußballer, der nach dem Mauerfall einen Profivertrag mit einem westdeutschen Verein abschließt. Bei der Bekanntmachung wird Bayer Leverkusen von Reiner Calmund vertreten.
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"Sport Aktuell" vom 16.12.1989, Andreas Thom
"Sport Aktuell" vom 16.12.1989, Andreas Thom

01. Januar

Beim ersten Gesamtberliner Neujahrslauf sind neben dem Regierenden Bürgermeister Walter Momper (West-Berlin) und Oberbürgermeister Erhard Krack (Ost-Berlin) auch der Präsident der Internationalen Leichtathletik-Förderation Primo Nebiolo anwesend. Zu den mehr als 20.000 Freizeitläufern zählen neben internationalen Gästen auch Ost- und West-Berliner. Der Weg führt die Läufer sowohl durch den Westteil als auch durch den Ostteil von Berlin.
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"Aktuelle Kamera" vom 01.01.1990, Neujahrslauf Berlin
"Aktuelle Kamera" vom 01.01.1990, Neujahrslauf Berlin

04. Januar

Das Amt für Jugend und Sport lädt in Berlin zum ersten „Runden Tisch des Sports“ ein. An der Diskussion beteiligten sich unter anderem Vertreter des Neuen Forums, der NDPD, der LDPD sowie Vertreter des FDGB und der Deutschen Hochschule für Körperkultur der DDR (DHfK).
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06. Januar

Der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) der DDR Manfred Ewald erklärt nach fast 17 Jahren seinen Rücktritt. Bei der in Berlin stattfinden Mitgliederversammlung wird der bis dahin amtierende Vizepräsident Günther Heinze zum neuen Präsidenten des NOK der DDR gewählt.
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27. Januar

Im Berliner Olympiastadion treffen nach 28 Jahren die Berliner Traditionsvereine Hertha BSC und der 1. FC Union Berlin vor 52.000 Zuschauern erstmals wieder aufeinander. Durch eine Rundfunkübertragung können weitere Fans das Spiel verfolgen.
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"Aktuelle Kamera" vom 27.01.1990, Hertha BSC gegen 1. FC Union Berlin
"Aktuelle Kamera" vom 27.01.1990, Hertha BSC gegen 1. FC Union Berlin

27. Januar

Während der 17. Tagung des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB) wird der Ausschluss der ehemaligen DTSB-Präsidenten Manfred Ewald und Klaus Eichler aus dem Bundesvorstand beschlossen. Ein Ausschluss erfolgt auch für weitere Spitzenfunktionäre des DTSB.
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Auf einer außerordentlichen Tagung des Zentralvorstands der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) treten der Zentralvorstand und das gesamte Sekretariat zurück.

10. Februar

Der Präsident des Deutschen Fußball-Verbands (DFV) der DDR, Günther Erbach, tritt zurück. Günther Schneider wird zu seinem Nachfolger ernannt.

14. Februar

Die staatliche Zuständigkeit für die vormilitärische Ausbildung wird durch den Ministerrat der DDR aufgehoben. Die Gesellschaft für Sport und Technik (GST) muss deshalb umorganisiert werden. Am 28. April schließen sich Sportverbände der ehemaligen GST zum neugebildeten Bund Technischer Sportverbände (BTSV) zusammen.

20. Februar

Der DDR-Fußballoberligist BFC Dynamo Berlin nennt sich in FC Berlin um.  

04. März

Martin Kilian wird beim außerordentlichen Turn- und Sporttag des DTSB zum neuen Präsidenten des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB) gewählt.

15. März

In Frankfurt am Main werden Terminvereinbarungen für die Qualifikationsspiele zur Fußball-Europameisterschaft 1992 in Schweden getroffen. In der Gruppe 5 sollen die Spiele Bundesrepublik gegen die DDR-Nationalmannschaft am am 21. November 1990 in Leipzig stattfinden und das Rückspiel soll am 21. Dezember 1991 ausgetragen werden.  

31. März

Erster deutsch-deutscher Renntag in Berlin Hoppegarten. Die Premiere auf der Galopprennbahn wird am ersten Tag live vom West-Fernsehen und vom zweiten Programm des Deutschen Fernsehfunks (DFF) übertragen. Mit dabei sind über 35.000 Zuschauer.
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31. März

Der Präsident des Deutschen Fußball-Verbands (DFV) der DDR, Günther Schneider, wird nach kurzer Amtszeit abgewählt. Hans-Georg Moldenhauer wird sein Nachfolger.
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19. April

Erstes Treffen der Präsidenten der beiden deutschen Fußballverbände Hans-Georg Moldenhauer (DFV) und Hermann Neuberger (DFB) in Malta.  

28. April

In Berlin gründet sich der Bund Technischer Sportverbände (BTSV). Sportverbände der ehemaligen Gesellschaft für Sport und Technik (GST) schließen sich unter dem neugebildeten Dachverband zusammen.  

09. Mai

Das einzige Länderspiel der DDR-Fußballerinnen findet in Potsdam-Babelsberg im Karl-Liebknecht-Stadion statt. Die Mannschaft der DDR verliert gegen die CSFR 0:3.  

19. Mai

Bei der ersten gemeinsamen Präsidiumstagung beider deutscher Fußballverbände wird festgelegt, dass eine Vereinigung von DFB und DFV nicht vor 1992 stattfinden soll. Ein gemeinsamer Spielbetrieb ist für die Saison 1992/93 geplant.  

16. Juni

Bei der Mitgliederversammlung des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) der DDR wird Joachim Weiskopf zum neuen Präsidenten gewählt.

22. Juni

Das Vermögen des Deutschen Turn- und Sportbunds (DTSB) wird eingezogen und in staatliche Treuhänderschaft überführt. 77 Prozent der Mitarbeiter der DTSB-Zentrale sollen entlassen werden.  

28. Juni

Bei einem Spitzentreffen von DTSB und DSB in Berlin beschließen die Präsidenten Martin Kilian und Hans Hansen die Vereinigung der beiden Sportbünde und legen ein Konzept für die Vereinigung vor.  

08. Juli

Franz Beckenbauer führt die Fußball-Nationalmannschaft der Bundesrepublik Deutschland in Rom durch einen 1:0 Finalsieg über Argentinien zum dritten Weltmeistertitel.  

11. August

Startschuss zur letzten Saison der DDR Fußball-Oberliga.

17. August

Das erste gemeinsame Internationale Stadionfest (ISTAF) in West-Berlin wird mit Sportlern aus aller Welt begangen. Teilnehmer aus der DDR sind unter anderem Heike Drechsler, Ulf Timmermann, Heike Henkel und Christiane Wachtel.
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17. August

In Anwesenheit von Juan Antonio Samaranch, dem Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), einigen sich die beiden deutschen Nationalen Olympischen Komitees (NOKs) in Berlin auf den Fahrplan zu ihrer Vereinigung. Am 17. November 1990 werden sich beide NOKs zusammenschließen.
"AK am Abend" vom 17.08.1990, Juan Antonio Samaranch
"AK am Abend" vom 17.08.1990, Juan Antonio Samaranch

27. August

Bei der Leichtathletik-Europameisterschaft in Split (Jugoslawien, heute Kroatien), die vom 27. August bis zum 1. September 1990 stattfindet, sind die DDR-Sportler erfolgreicher als ihre Mitstreiter aus der Bundesrepublik. Es ist das letzte große internationale Leichtathletik-Ereignis an dem noch zwei deutsche Teams antreten.
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31. August

Bei Verbandstagssitzungen der beiden deutschen Fußballverbände, Deutscher Fußball-Verband (DFV) der DDR und Deutscher Fußball-Bund (DFB), wird sich auf den 21. November 1990 als Termin für die Vereinigung der beiden Verbände geeinigt. Am 20. November 1990 löste sich der DFV auf und konstituierte sich als Regionalverband Nord/Ost neu.
"Speed" vom 21.11.1990, Trabant mit Auflösungsdatum vom DFV
"Speed" vom 21.11.1990, Trabant mit Auflösungsdatum vom DFV

12. September

Das letzte Länderspiel der DDR Nationalmannschaft gegen Belgien findet in Brüssel statt. Das Spiel endet mit einem 2:0 Erfolg der DDR-Auswahl. Beide Tore erzielt Mattias Sammer. Letzter Trainer der DDR-Nationalmannschaft ist Eduard Geyer.
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15. September

Der erste Landessportbund auf dem Territorium der DDR gründet sich in Brandenburg. Gerhard Junghähnel wird zum Präsidenten gewählt. Bis zum 27. September bilden sich vier weitere Landessportbünde in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen.  

21. September

Bei einem Benefiz-Fußballspiel in Berlin-Hohenschönhausen spielen die Mannschaften der Volkskammer und des Bundestages gegeneinander. Prominente Spieler sind der Abgeordnete der Volkskammer und Innenminister der DDR Peter-Michael Diestel und Bundesumweltminister Klaus Töpfer.
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22. September

Der Deutsche Turn- und Sportbund (DTSB) beschließt seine Auflösung zum 5. Dezember 1990.
"AK am Abend" vom 05.12.1990, Auflösung des DTSB
"AK am Abend" vom 05.12.1990, Auflösung des DTSB

30. September

Der erste gesamtdeutsche Berlin-Marathon kann einen Teilnehmerrekord von 25.000 Läufern verzeichnen. Die Marathonstrecke führt durch ganz Berlin und wird von 41 Fernsehkameras erstmals live in Deutschland und in die ganze Welt ausgestrahlt.
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"Sport aktuell" vom 30.09.1990, Berlin-Marathon
"Sport aktuell" vom 30.09.1990, Berlin-Marathon