Auflösung der NVA
Der Minister für Abrüstung und Verteidigung der DDR Rainer Eppelmann weist darauf hin, dass die Zusammenführung der Nationalen Volksarmee (NVA) und der Bundeswehr unter Berücksichtigung der Interessen beider Bündnissysteme erfolgen muss.
Frank Marczinek, Staatssekretär für Abrüstung, erläutert in einem Interview Möglichkeiten zur Umschulung und Weiterbildung, die den Soldaten der Nationalen Volksarmee angeboten werden.
Auflösung des MfS
Hartmut Mechtel (Neues Forum) kritisiert auf einer Kundgebung in Potsdam die bloße Umbenennung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in Amt für Nationale Sicherheit (AfNS). Das MfS würde in alter Form und nur unter anderem Namen weiterbestehen.
Der Pressesprecher des Amtes für Nationale Sicherheit (AfNS) Stephan Roahl stellt den Willen des AfNS zur Transparenz und Offenheit heraus. Dies äußere sich in der spontanen Aktion, eine Begehung der ehemaligen Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit zu ermöglichen.
Margitta Hinze, Sprecherin einer Bürgergruppe, die sich als unabhängiger Untersuchungsausschuss versteht, deutet die Begehung des ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit als symbolischen Akt.
Der ehemalige stellvertretende Minister für Staatssicherheit Gerhard Neiber äußert sich über die künftige Zusammenarbeit mit den zuständigen Kräften, die die Vergangenheit aufarbeiten.
Ausreise
Kommentar zur „Abwerbung“ von DDR-Bürgern und dem „Geschäft mit den Ausreisenden“
Ansage des Nachrichtensprechers in der Aktuellen Kamera, dass Botschaftsbesetzer am 30. September in Sonderzügen über das Territorium der DDR in die BRD „ausgewiesen werden“.
Der Nachrichtensprecher in der Aktuellen Kamera vom 06. November 1989 berichtet über die neue Reiseregelung, die beschlossen wurde: „Laut Entwurf sollen künftig alle Bürger privat oder ständig ins Ausland reisen können und jederzeit auch wieder zurückkehren dürfen. Reisegenehmigungen würden danach in der Regel für insgesamt 30 Tage im Jahr erteilt“
In der Aktuellen Kamera vom 6. November 1989 spricht der Nachrichtensprecher über die anhaltende Ausreise von DDR-Bürgern über die bundesdeutsche Botschaft in Prag.
Bürgerbewegung
Die Nachrichtensprecherin Renate Krawielicki verliest in der Aktuellen Kamera vom 21. September 1989 eine Erklärung des Ministers des Innern zur Ablehnung des Gründungsantrages der Vereinigung „Neues Forum“.
Ulrike Poppe und Jörg Hildebrandt von Demokratie Jetzt formulierten in einem Interview für die Aktuelle Kamera vom 24. November 1989 das Selbstverständnis der Bürgerbewegung.
Konrad Weiß äußert auf der Landesdelegiertenkonferenz von Demokratie Jetzt, dass die Frage, ob Bürgerbewegung oder Partei von dem künftigen Wahlgesetz abhängt.
Bärbel Bohley (Neues Forum) spricht in einem Interview über die politischen Ziele des Wahlbündnisses "Bündnis 90". Der Demokratisierungsprozess in der DDR soll weiter vorangetrieben werden. Auch ökologische Verbesserungen und soziale Fragen bei der wirtschaftlichen Umgestaltung des Landes stehen im Interesse des Bündnisses.
Das erste Mal...
Ein Passant betont die inzwischen erreichte Unabhängigkeit der Zeitungen von der politischen Einflussnahme der Partei.
Reinhard Appel, ehemaliger Chefredakteur des ZDF, plädiert auf dem Medienforum der Friedrich-Ebert-Stiftung in Leipzig für eine Zukunft des DDR-Fernsehens als Drittes Programm.
Das letzte Mal...
Der Fernseh-Reporter Michael Schmidt berichtet über die erste und letzte Wahl der Miss DDR. Die Studentin Leticia Koffke gewinnt die Wahl in Schwerin und somit die Teilnahme an den internationalen Miss-Wahlen in Taiwan.
Fritz Warth, Betriebsratsvorsitzender des VEB Sachsenring Zwickau, hält eine Abschiedsrede anlässlich der Schließung des Betriebs, der den PKW Trabant herstellte.
Der Chefredakteur von "Der Morgen" Hans-Dieter Degler bedauert in einem Interview die Einstellung der Tageszeitung. Die Zeitung sei qualitativ ein gutes Produkt gewesen.
DDR-Regierung
Erich Honecker am 7. Oktober 1989 auf einem Empfang im Palast der Republik anlässlich des 40. Jahrestages der Gründung der DDR: „Unsere Freunde in aller Welt seien versichert, dass der Sozialismus auf deutschem Boden, in der Heimat von Marx und Engels, auf unerschütterlichen Grundlagen steht.“
Der neue Generalsekretär Egon Krenz wendet sich am 18. Oktober 1989 in einer Rede an die Bürger der DDR. Zum ersten Mal wird von ihm in dieser Rede der so prägende Begriff „Wende“ genutzt.
Der neue Generalsekretär Egon Krenz wendet sich am 18. Oktober 1989 in einer Rede an die Bürger der DDR und spricht dabei erstmals davon, dass „die gesellschaftliche Entwicklung in unserem Land nicht real genug eingeschätzt“ worden sei.
Generalsekretär Egon Krenz thematisierte in einem Kommunique am 18. Oktober 1989 offen die Ausreisewelle: „Mehr als hunderttausend – darunter nicht wenig junge Leute - sind aus unserem Land weggegangen. Ihren Weggang empfinden wir als großen Aderlass. Jeder von uns kann die Tränen vieler Mütter und Väter nachempfinden.“
Der Zentrale Runde Tisch
Günther Maleuda stellt in der 13. Tagung der 9. Volkskammer den Antrag der Fraktionen zur Abstimmung im Artikel 1 Absatz 1 der Verfassung den Wortlaut im zweiten Halbsatz zu streichen: „unter Führung der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei“. Die Verfassungsänderung wird mit fünf Stimmenthaltungen beschlossen.
Am 8. Dezember 1989 verliest der Pressesprecher des Runden Tisches, Monsignore Dieter Grande, während einer Pressekonferenz in Berlin die Forderung an die DDR-Regierung, das Amt für Nationale Sicherheit unter ziviler Kontrolle aufzulösen und die berufliche Eingliederung der ausscheidenden Mitarbeiter zu sichern.
Der amtierende Ministerpräsident der DDR Hans Modrow verliest anlässlich seiner erstmaligen Teilnahme an einer Sitzung des Zentralen Runden Tisches eine Erklärung. Er wirbt um Unterstützung der Teilnehmer des Runden Tisches für die Aufgaben der Regierung.
Der ehemalige Generalsekretär des Zentralkomittee der SED Egon Krenz äußert sich im Rahmen einer Anhörung vor dem Runden Tisch über die Zusammenarbeit der SED mit dem Ministerium für Staatssicherheit.
Deutsch-deutsche Sportereignisse 1990
Ein Teilnehmer des ersten Gesamtberliner Neujahrslaufs aus dem Saarland erläutert seine Motivation, bei dem Lauf mit zu machen.
Der Schiedsrichter des Benefiz-Fußballspiels zwischen der Volkskammer der DDR und dem Bundestag der Bundesrepublik Walter Eschweiler zeigt sich erfreut über das faire und sportliche Spiel, das mit einem Gleichstand von 2:2 zu Ende ging.
Der Sportreporter Dirk Thiele berichtet vom Internationalen Berlin-Marathon, der erstmals mit gesamtdeutscher Beteiligung stattfindet.
Deutsche Wiedervereinigung
Der Ministerpräsident der DDR Hans Modrow begrüßt offiziell die Einheit Deutschlands. Damit nie wieder Gefahr von Deutschland ausgeht, soll die Wiedervereinigung behutsam angegangen werden.
Bundeskanzler Helmut Kohl betont in seiner Rede anlässlich der Unterzeichnung des Staatsvertrags zur Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion zwischen der DDR und der Bundesrepublik die historische Dimension dieses Ereignisses. Dem Traum von der Einheit Deutschlands und Europas sei man damit ein Stück näher gerückt.
Die Aktuelle Kamera im Oktober 1989
In der Hauptausgabe der Nachrichtensendung Aktuelle Kamera begründet Olaf Dietze die zeitweilige Aussetzung des pass- und visafreien Verkehrs mit der CSSR mit einer „Verleumdungskampagne“, die im Sinne der Bonner Politik seit Monaten geführt werde.
Die Nachrichtensendung Aktuelle Kamera erwähnt in ihrer Hauptausgabe in einem Kommentar erstmals die Demonstrationen in Leipzig. Den Reportern aus dem Westen wird vorgeworfen, sich "zum Schrittmacher antisozialistischer Attacken" zu machen.
Die Nachrichtensendung Aktuelle Kamera erwähnt in ihrer Hauptausgabe in einem Kommentar erstmals die Demonstrationen in Leipzig. Die Demonstranten werden als „Randalierer“ bezeichnet, die den Sozialismus ins Visier genommen haben.
Lutz Herden kommentiert in der Nachrichtensendung Aktuelle Kamera die Leipziger Demonstration und stellt sich die Frage, wie die Gesellschaft in der DDR aussehen soll, „damit sie jeder als lebenswert und unentbehrlich empfindet“.
In der Nachrichtensendung Aktuelle Kamera kommentiert Reiner Haupt die Rede von Egon Krenz im DDR-Fernsehen vom Vortag und die Aussage von der einzuleitenden Wende mit der Einschätzung, dass „der Sozialismus auf deutschem Boden“ nicht zur Disposition stände.
Mit einem Kommentar von Götz Förster widerspricht die Nachritensendung Aktuelle Kamera einem Bericht der „Heute“-Sendung des ZDF über angebliche Misshandlungen von festgenommen weiblichen Demonstranten durch die Volkspolizei.
In einem Kommentar äußert sich Götz Förster in der Aktuellen Kamera zu einer Aussage des CDU-Bundestagsabgeordneten Alfred Dregger, der die Bürger der DDR als Menschen in Mitteldeutschland bezeichnet hatte. Laut Dregger wäre die Anerkennung der DDR-Staatsbürgerschaft „Verrat an den Menschen in Mitteldeutschland“. Förster bemerkt dazu: „Die DDR nicht DDR zu nennen, ist schon schlimm genug; uns zu Mitteldeutschen zu erklären und damit die Grenzen von 1937 einzuklagen, ist in der Tat Verrat, der nicht nur uns, sondern Polen und Sowjetbürger betrifft.“
Die Kommunalwahl vom 7. Mai 1989
Am Wahlabend des 7. Mai 1989 verliest Egon Krenz in der Spätausgabe der DDR-Nachrichtensendung „Aktuelle Kamera“ das vorläufige Wahlergebnis der Kommunalwahl und leitet dies feierlich ein.
Mauerfall
Erich Honecker sagt am 19. Januar 1989 auf einer Tagung des Thomas-Müntzer-Komitees in Berlin über die Mauer: „Sie wird in 50 und auch in 100 Jahren noch bestehen bleiben, wenn die dazu vorhandenen Gründe noch nicht beseitigt sind.“
Günter Schabowski verliest auf der Pressekonferenz des Zentralkomitees der SED am 09. November 1989 das neue Reisegesetz.
Günter Schabowski antwortet bei der Pressekonferenz des Zentralkomitees der SED am 09. November 1989 auf die Frage eines Journalisten, wann die neue Reiseregelung in Kraft treten würde.
Mauermalerei und Mauerspechte
Am 21. November 1989 bemalen mehrere Berliner Künstler die Mauerfragmente am Potsdamer Platz. Zu ihrer Motivation äußerte sich die Künstlerin Sylvia Allen-Sianescu.
Interview von Rosemarie Gratz mit Oberstleutnant Rainer Menzel zur Grenzsicherheitsanlage „Mauer“ in der Nachrichtensendung AK zwo. Er legt seine Meinung zur Mauerbemalung dar, wonach „das Betreten, ich will auch sagen, das Anfassen und Anmalen eigentlich eine Gesetzwidrigkeit“ sei.
Gespräch mit Helge Möbius vom LIMEX-Bau Export/Import über den Verkauf von Teilen der Berliner Mauer.
Pfarrer Manfred Fischer plädiert für den Erhalt von Teilen der Mauer als Gedenkstätte für künftige Generationen.
Montags-Demonstrationen
In der Nachrichtensendung „Aktuelle Kamera“ vom 24. Oktober 1989 wird eine Erklärung der DDR-Führung zu den Polizeieinsätzen während der Demonstrationen vom 7. Oktober 1989 verlesen. Laut der Erklärung kam es seitens der Demonstranten „zu Ausschreitungen gegen die staatliche Sicherheit und die öffentliche Ordnung“.
Neue Parteien
Interview mit Friedrich Schorlemmer während des Gründungsparteitages der Partei Demokratischer Aufbruch vom 16./17. Dezember 1989. Statement zu den Diskussionen über die Ziele der neu gegründeten Partei.
Markus Meckel, amtierender Parteivorsitzender der SPD vergleicht die Vorwürfe gegen Ibrahim Böhme mit früheren Methoden der Staatssicherheit. Lieber von einem Freund enttäuscht werden, als ihm zu misstrauen.
Der Parteivorsitzende der SPD Ibrahim Böhme erklärt öffentlich, nicht für die Staatssicherheit gearbeitet zu haben.
Politische Aktionen
Kommentar von Olaf Dietze in der Nachrichtensendung Aktuelle Kamera zu den Gegendemonstrationen am 40. Jahrestag der DDR. Die Demonstranten werden als „Randalierer“ betitelt.
Der Schriftsteller Stefan Heym verliest auf einer internationalen Pressekonferenz den Appell „Für unser Land“, der von Künstlern und Wissenschaftlern der DDR initiiert wurde. In dem Appell sprechen sich die Beteiligten für die Bewahrung der Eigenständigkeit der DDR aus.
Ein Mitglied vom Gefangenenrat fordert Dementierung der ADN-Meldung über einen angeblich geplanten Ausbruch der Gefangenen und der Meldung in der "Aktuellen Kamera" vom 22.01.1990, in Bautzen würden nur noch Schwerbrecher einsitzen. Die Strafgefangenen fühlten sich in ihrer Menschenwürde verletzt.
Schlagzeilen 1990
In der "AK am Abend" wird der Rücktritt von Wolfgang Schnur, Vorsitzender des Demokratischen Aufbruchs, bekannt gegeben. Nach vorheriger Leugnung seiner Tätigkeit als inoffizieller Mitarbeiter bei der Staatssicherheit hatte er diese am Vormittag zugegeben.
Volkskammerpräsidentin Sabine Bergmann-Pohl verliest den Beschluss der Volkskammer der DDR zur Unverletztlichkeit der Oder-Neiße-Grenze zwischen der DDR und Polen.
Die Mitarbeiterin des Jugendsenders DT 64 Katrin Panier hat von der Abschaltung der Radiofrequenz für DT 64 aus den eigenen Nachrichten erfahren.
Die Volkskammerpräsidentin Sabine Bergmann-Pohl spricht die Schlussworte auf der letzten Sitzung der Volkskammer der DDR. Die demokratisch gewählte Volksvertretung habe ihren Auftrag erfüllt, "... die Einheit Deutschlands in freier Selbstbestimmung zu vollenden."
Sendereihen des DDR-Fernsehens
Karl-Eduard von Schnitzler leitet am 30. Oktober 1989 die 1519. und letzte Folge der Sendereihe „Der schwarze Kanal“ ein: „Diese Sendung heute wird nach fast 30 Jahren die kürzeste sein, nämlich die letzte.“
Karl-Eduard von Schnitzler verabschiedet sich bei der letzten Folge der Sendereihe „Der schwarze Kanal“ am 30. Oktober 1989 von den Fernsehzuschauern. In weniger als fünf Minuten beendete Schnitzler knapp 30 Jahre Politagitation im Fernsehen der DDR.
Der Moderator von "Azur" Horst Mempel kündigt die erste Folge des neuen Reisejournals an.
Tiananmen-Massaker
Der Abgeordnete Ernst Timm (SED) verliest in der Volkskammer am 8. Juni 1989 eine Erklärung, in der sich die Abgeordneten der Volkskammer nach dem Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens (Tiananmen-Platz) solidarisch mit der Volksrepublik China erklären
Reinhard Höppner verliest eine gemeinsame Erklärung aller Fraktionen der Volkskammer zu der militärischen Niederschlagung der Protestbewegung in Peking im Juni 1989. In der Erklärung wird die solidarische Unterstützung des militärischen Eingriffs in China durch die Volkskammer der DDR am 08. Juni 1989 bedauert. Die Mitglieder der ersten frei gewählten Volkskammer gedenkt in tiefer Trauer der Opfer und erwartet die Achtung der Menschenrechte von der Regierung der Volksrepublik China.
Treuhandanstalt
Der Ministerpräsident der DDR Lothar de Maizière erläutert vor der Volkskammer der DDR die Aufgaben der Treuhandanstalt. Die Treuhandanstalt soll unter anderem Unternehmen der DDR wettbewerbsfähig machen und Arbeitsplätze schaffen.
Reiner Maria Gohlke, Präsident der Treuhandanstalt, erklärt als oberste Zielsetzung der Treuhandanstalt, so viel Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten. Firmen sollen wettbewerbsfähig gemacht oder stillgelegt werden.
Veränderungen der Berichterstattung
Der Präsident der Volkskammer der DDR Günther Maleuda ruft den Tagesordnungspunkt zum Beschluss der Volkskammer über die Gewährleistung der Meinungsfreiheit, Informationsfreiheit und Medienfreiheit auf.
Der Präsident der Volkskammer der DDR Günther Maleuda ruft zur Abstimmung über den Beschluss der Volkskammer zur Meinungs-, Informations- und Medienfreiheit auf. Der Beschluss wird angenommen.
Volkskammer
Der Abgeordnete Ernst Timm (SED) verliest in der Volkskammer am 8. Juni 1989 eine Erklärung, in der sich die Abgeordneten der Volkskammer nach dem Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens (Tiananmen-Platz) solidarisch mit der Volksrepublik China erklären
Nach seinem Rücktritt am 18. Oktober 1989 wird Erich Honecker auf der 10. Tagung der 9. Volkskammer der DDR als Staatsratsvorsitzender und Vorsitzender des Nationalen Verteidigungsrates der DDR einstimmigen abberufen. Nach der Abstimmung würdigt Volkskammerpräsident Horst Sindermann den Politiker.
Erich Mielke hielt auf der 11. Tagung seine erste Rede vor der Volkskammer überhaupt. Schon zu beginn verunsichert, sprach er nach der Aufforderung eines Abgeordneten, nicht immer wieder das Wort "Genossen" zu gebrauchen, die oft zitierten Worte: "Das ist doch eine formale Frage. Ich liebe, ich liebe doch alle, alle Menschen. Na ich liebe doch, ich setze mich doch dafür ein!"
Auf der 13. Tagung der 9. Volkskammer am 1. Dezember 1989 stellt der Abgeordnete Richard Wilhelm den Antrag, dass die Volkskammer sich von der von ihr am 8. Juni 1989 verabschiedeten China-Resolution distanzieren sollte. Er meint zur Verabschiedung der Resolution: „Das war einer der schwärzesten Tage in der Geschichte unseres Hauses.“
Die konstituierende Sitzung der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR eröffnet Alterspräsident Lothar Piche. Er betont die historische Bedeutung dieses Ereignisses: "40 Jahre eines schweren Weges gehen in diesem Augenblick zu Ende."
Volkskammerpräsidentin Sabine Bergmann-Pohl erklärt den Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes der Bunderepublik Deutschland gemäß Artikel 23 mit Wirkung vom 3. Oktober 1990. Sie verkündet unter Beifall das Abstimmungsergebnis der Volkskammer und betont die historiche Bedeutung: "Meine Damen und Herren, ich glaube, dass ist ein wirklich historisches Ereignis."
In einer persönlichen Erklärung bedauert Gregor Gysi (PDS) den Beschluss der Volkskammer, dass die DDR dem Geltungsbereich des Grundgesetzes der Bundesrepublik mit Wirkung vom 3. Oktober 1990 beitritt.
Die Abgeordnete der Volkskammer Christine Grabe (Die Grünen/DDR) äußert sich empört über den Antrag, die Namensnennung von Abgeordneten, die ehemals als inoffizielle Mitarbeiter (IM) für die Staatssicherheit der DDR tätig waren, durch einen Verfassungsausschuss prüfen zu lassen. Der Antrag würde erneut die bereits beschlossene Entscheidung zur Namensnennung verzögern.
Die Volkskammerpräsidentin Sabine Bergmann-Pohl spricht die Schlussworte auf der letzten Sitzung der Volkskammer der DDR. Die demokratisch gewählte Volksvertretung habe ihren Auftrag erfüllt, "... die Einheit Deutschlands in freier Selbstbestimmung zu vollenden."
Volkskammerwahl 1990
Die Redakteurin Margit Geßner berichtet über Ausfälle im Kampf um ein Wahlmandat. Der Wahlkampf werde von den Beteiligten nicht selten "unter der Gürtellinie" geführt und sei geprägt von Beschimpfungen und Verunglimpfungen.
Wolf Biermann äußert in einem Interview seine Enttäuschung über das Ergebnis der Volkskammerwahl. Seine Träume von der Zukunft der DDR seien nicht in Erfüllung gegangen.
Wandel im DDR-Sport
Herrmann Neuberger, Präsident des Deutschen Fussball-Bundes (DFB), über die Möglichkeit, vielseitige Erfahrungen der einzelnen Landesverbände der DDR in den Deutschen Fussball-Bund einzubringen.
Währungs-, Wirtschafts-und Sozialunion
Der Ministerpräsident der DDR Lothar de Maizière betont in seiner Rede anlässlich der Unterzeichnung des Staatsvertrags zur Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion zwischen der DDR und der Bundesrepublik die historische Bedeutung des Ereignisses. Die Einheit Deutschlands sei damit unumkehrbar.
Der Ministerpräsident der DDR Lothar de Maizière weist in seiner Rede anlässlich der Unterzeichnung des Staatsvertrags zur Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion, auf die tiefe Krise der DDR-Wirtschaft hin. Die DDR könne nicht so wie bisher weiter wirtschaften. Es werde nach dem Staatsvertrag niemandem schlechter gehen als zuvor.
Zwei-plus-Vier-Vertrag
Der Ministerpräsident der DDR Lothar de Maizière gibt auf einer Pressekonferenz Auskunft über die Inhalte des Zwei-plus-Vier-Vertrags. Der Prozess der Einigung müsse im Sinne der Einigung Europas und der Blocküberwindung gestaltet werden.